Der perfekte Vulkankegel des Fuji-san, ein wohliges Bad in heißen Quellen (Onsen) – das ist typisch Japan. Möglich ist das durch die hohe vulkanische Aktivität in der Region. Ursache dafür wiederum ist das Zusammenstoßen mehrerer tektonischer Platten direkt unter den japanischen Hauptinseln, wodurch auch häufig Erdbeben verursacht werden. Für Japanreisende birgt das auch einige, immerhin ziemlich überschaubare Risiken.
Erdbeben
Fast täglich werden irgendwo in Japan spürbare Erdbeben registriert (www.jma.go.jp/en/quake). Und so kann es durchaus passieren, dass man auch auf einer kürzeren Japanreise eines mitbekommt. Meist sind sie recht klein – eher ein Gefühl, wie über einem U-Bahn Schacht zu stehen. Im Vergleich zu Erdbeben ähnlicher Stärke in anderen Ländern sind die Schäden in Japan immer recht gering, weil die Auflagen für erdbebensicheres Bauen sehr streng sind, und auch weil z. B. in Schulen und Büros regelmäßig Erdbebenübungen durchgeführt werden. Die Handy-App "Safety Tips" schickt Warnmeldungen und hilft bei der Notfall-Kommunikation.
Was tun bei einem größeren Erdbeben?
- den Kopf schützen: mit einem Kissen oder Sitzkissen, unter einem Tisch Zuflucht suchen
- Fluchtwege offen halten, falls sich das Gebäude verschiebt, d.h. möglichst Türen oder Fenster öffnen
- nicht auf die Straße laufen! Große freie Plätze oder Gärten sind ok, aber herunterfallende Scheiben und Dachziegel, umstürzende Dosenautomaten oder Blocksteinmauern sind sehr gefährlich.
- keinesfalls den Aufzug benutzen
- höhere Häuser schwanken vielleicht bedrohlich, sind aber erdbebensicher gebaut
- im Hotelzimmer gibt es immer eine Taschenlampe, falls der Strom ausfällt
- sich an Japanern in der Nähe orientieren: Wo gehen sie hin, bzw. von wo entfernen sie sich?
Tsunami
Schwerwiegender ist die Gefahr durch Tsunami, die gefährlichen Riesenwellen. Das Wort selbst ist japanisch und bedeutet wörtlich „Hafenwelle“ - das kommt daher, dass eine Tsunami auf hoher See gar nicht zu bemerken ist, erst wenn sie auf das flache Ufer trifft, staut sie sich zur Riesenwelle auf. Fischer, die in den Hafen zurückkamen, fanden die Küsten manchmal verwüstet vor.
Was tun bei der Gefahr einer Tsunami?
Japans Küsten verfügen über gute Frühwarnsysteme: Allerdings bleiben je nach Lage des Bebens nach der Warnsirene nur ein paar Minuten, um möglichst hochgelegenes Land zu erreichen. Seit 2011 sind fast überall an den Küsten Markierungen mit der jeweiligen Höhe und Fluchtweg-Pfeile angebracht. Wer also am Meer Sirenen hört oder womöglich das Meer plötzlich stark zurückweichen sieht – das ist das Wellental – sollte auf eine Anhöhe oder wenigstens ein hohes Gebäude laufen.
Die Gefahr einer Riesentsunami wie 2011 im Norden Japans ist aber relativ gering.
Vulkane
Japan ist eines der wenigen Länder weltweit, wo man bei einer Urlaubsreise einen aktiven Vulkan erleben kann. Über 100 Vulkane sind in den letzten Jahrzehnten in Japan ausgebrochen, etliche mehr werden grundsätzlich als „aktiv“ eingestuft. Die vulkanologische Forschung ist allerdings auch sehr gut, und meist können die Forscher rechtzeitig vor einem Ausbruch warnen und die Bevölkerung evakuieren, zudem sind an strategisch relevanten Punkten Ablenkdämme und -kanäle eingerichtet. So ist z.B. der Vulkan Sakurajima bei Kagoshima einer der aktivsten Vulkane der Welt, der fast immer raucht und Asche spuckt, aber er gilt als gut einschätzbar.
Mögliche Gefahrensituationen durch Vulkane
In Wandergebieten werden bei Gefahr meistens rechtzeitig Warnungen ausgegeben bzw. Wege gesperrt: dort ist die Hauptgefahr das Austreten giftiger Gase aus Erdspalten in der Nähe der Wanderwege. Sieht man etwa einen anderen Wanderer bei einer Vulkanbewanderung umfallen und vermutet Gase als Ursache, sollte man sich lieber nicht nähern, sondern Hilfe mit entsprechender Spezialausrüstung anfordern.
Taifune
Jedes Jahr bilden sich ab dem Frühsommer immer wieder Wirbelstürme (Taifune), die südlich von Japan über dem Pazifik entstehen und nach Norden driften. Bis zum Herbst sind es oft bis zu 30. Nicht alle treffen Japan überhaupt, und die wenigsten kommen mit voller Wucht auf den Hauptinseln an. Die südliche Präfektur Okinawa erlebt die meisten Taifune.
Was tun bei einem Taifun?
Diese Stürme sind nicht wirklich gefährlich, aber sie treiben schon etwa 2 Tage lang heftige Regenfelder vor sich her, und mit dem Zentrum kommen auch Sturmwinde. Das Besichtigungsprogramm muss man möglicherweise auch in Städten einschränken.
Ebenso können Züge ausfallen und der Flugverkehr lahmgelegt werden. Da bleibt nur abwarten – die Fluglinien buchen Passagiere auf die nächstmöglichen Maschinen um. Bei separat gebuchten Anschlussflügen, z.B. beim Rückflug von Okinawa über Tokyo nach Europa, sollte man daher einen Zeitpuffer einplanen.
Japan Visitor-HotlineDas Hauptbüro der Japanischen Fremdenverkehszentrale (JNTO) unterhält rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr eine Besucher-Hotline. Touristische Informationen ode Hilfe bei Un- und Notfällen erhalten Sie direkt über die Hotline. Support ist in Englisch, Chinesisch, Koreanisch und Japanisch verfügbar: Inland: 050-3816-2787 Aus Übersee: + 81-50-3816-2787 |
Beachten Sie auch die Hinweise des Auswärtigen Amtes. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben und Tsunami gibt es als Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.

