Reistipps zu Japan von Sehenswürdigkeiten zu Kultur
Darstellende Künste Japans
Darstellende Künste
Japan bietet eine Vielzahl weltberühmter traditioneller Bühnenkünste. Auf prächtigen Bühnen werden Kabuki-Dramen aufgeführt, die den Japanern zu Herzen gehen.
Das von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärte Noh-Theater schafft eine Welt hochstilisierter „geheimnisvoller Anmut“, die nur schwer in Wort oder Form zu fassen ist.
Das Bunraku-Puppentheater, bei dem von Shamisen-Musik begleitete Balladen (Joruri) aufgeführt werden, stellt den Konflikt der traditionellen gesellschaftlichen Ethik mit den tatsächlichen Gefühlen der Menschen wie Liebe und Hass auf wunderbare Weise dar.
Die Teezeremonie (Chanoyu) und auch die Kunst des Blumensteckens (Ikebana) zielen nicht einfach auf die Verbesserung der Kunstfertigkeit. Man misst ihnen großen Wert zu als „Weg“, der, wie auch das Haiku, „Wabi und Sabi“, d. h. eine zwar geregelte, doch verfeinerte stille Schönheit verfolgt. An zahlreichen Einrichtungen können Sie traditionelle Kultur wie Chanoyu und Ikebana genießen oder sogar selbst erfahren. Machen Sie auch das Erlebnis des Kimono-Ankleidens. Die Suche nach der „Seele Japans“ wird Ihnen hoffentlich eine neue Seite in Ihnen aufzeigen.
|
|
Das Noh-Theater wurde ursprünglich als religiöse Handlung aufgeführt und blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück. Die in traditionelle Gewänder gekleideten Schauspieler tragen Masken, um Gemütsbewegungen zu verbergen, oder führen mit ausdruckslosem Gesicht den lyrischen Tanz vor. |
|
Das Kabuki-Drama ist als Theaterrichtung populärer als das Noh. Kabuki ist die Verbindung rhythmischer Verse, die von den Schauspielern vorgetragen werden, mit einzigartigen Tänzen, Shamisen-Musik, prächtigen Kostümen, farbenfroher Schminke und kunstvollen Bühnenbildern. Für die Besucher aus dem Ausland sind insbesondere die Frauenrollen interessant, die immer von männlichen Darstellern gespielt werden. Alle großen Kabuki-Bühnen legen ihren Programmheften englischsprachige Kurzdarstellungen der Stücke bei und das Kabuki-za in Tokyo bietet sogar Ear-Phone-Begleitung an. Infos auch unter Kabuki Web . |
|
|
|
Die Teezeremonie, auch Chanoyu oder Sado genannt, ist eine ästhetische Kulthandlung und in gebildeten Kreisen Japans sehr beliebt. Heute wird sie als Art Konzentrationsübung und als Übung zum Erlernen guter Sitten und Verhaltensweisen betrachtet. Für die Japaner ist die Teezeremonie eine "Religion der Kunst des Lebens" und zugleich eine stilisierte Art, pulverisierten Tee zu servieren. Es gibt zahlreiche Schulen, welche die unterschiedlichen Arten der Teezeremonie lehren. Sie können eine typische Vorstellung des Chanoyu in einigen Hotels oder bei den führenden Schulen genießen. |
|
Die Kunst des Blumensteckens, Ikebana oder auch Kado genannt, war in ihrem frühen Entwicklungsstadium eng mit der Teezeremonie verknüpft und wurde als eine besondere Art der Dekoration des Teezimmers verstanden. Später wurden viele Schulen gegründet, die verschiedene Richtungen der Blumensteckkunst entwickelten. Heute gibt es mehr als 20 bekannte Schulen. Einige der Ikebana-Schulen bieten englischsprachige Kurse an. |
![]() |
Das Bunraku-Puppentheater ist eine weitere einzigartige Form der Theater-Unterhaltung in Japan und weltweit bekannt. Bunraku ist ein "Puppenspiel mit drei Spielern": Die wichtigen Puppen werden von jeweils drei Personen gespielt, was erstaunliche, beinahe lebendige Bewegungen der Puppen ermöglicht. Die begleitende Shamisen-Musik, der Vortrag romantischer Balladen und die prächtigen Kostüme der Puppen sind sehr beeindruckend.
|
|
In der Zeit der Kirschblüte werden in Kyoto die sogenannten Kirschblüten-Tänze aufgeführt, ein klassisches japanisches Tanzspiel mit Tänzern in farbenfrohen Kimonos vor einer prächtigen Kulisse. Das Miyako-Odori (1.-30.4.) und das Kamogawa-Odori (1.24.5.) sind die bekanntesten Darbietungen. Die Kirschblütentänze sind häufig Programmpunkte in Rundreisen, die im Frühling nach Kyoto führen. Kyoto ist auch die erste Anlaufstelle um einer Geisha oder Maiko zu begegnen. Man kann einen privaten Abend buchen oder an besonderen Geisha/Maiko-Shows teil nehmen. Ein Anbieter, über den man einfach buchen kann, ist zum Beispiel Veltra.
|
|
|
Musikalische Revuen, die Revuetheater der Operette vereinen, sind in Japan sehr populär. Die bekannteste Revue-Truppe ist die Takarazuka Revue in Takarazuka und Tokyo. Bekannt ist die nur aus Frauen bestehende Truppe unter anderem durch ihre Dramatisierung des bekannten Manga von Ryoko Ikeda, um die Schicksale der fiktiven Person Lady Oscar und der französischen Königin Marie Antoinette. |
|
Ballet, Oper und klassische Konzerte werden häufig in größeren Städten aufgeführt, die über entsprechende Theaterhäuser verfügen. Die führenden Opernensembles und Symphonie-Orchester annoncieren regelmäßig ihre Programme. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gastspiele ausländischer Ensembles, Orchester und Solisten in Japan. |
|
|
In Japan gibt es viele und sehr unterschiedliche Museen und Kunstgalerien. Sie befinden sich meistens in den Großstädten, aber auch in einigen kleinen Orten gibt es durchaus sehenswerte Museen. Montags sind die meisten Museen und Galerien in Japan geschlossen. |
Hauptstelle des Play Guide
Play Guide Honten
2-6-4 Ginza, Chuo-ku, Tokyo
Tel. (03) 3561-8821
Eine andere Verkaufsstelle ist:
Kyukyodo Ticket Service
5-7-4 Ginza, Chuo-ku, Tokyo
Tel. (03) 3571-0401
Eintrittskarten und Reservierung
Bitte erkundigen Sie sich auch bei Ihrem Hotel, ob dort Eintrittskarten erhältlich sind. Auskünfte über den Erwerb von Eintrittskarten sowie ausführliche Veranstaltungsprogramme bekommen Sie auch auf den englischen Websites der Theater oder beim TIC (Tourist Information Center).
Weiterlesen ...
Der Berg Fuji

Anischten des Berges Fuji
"Da ungefähr müsste er sein", zeigen die Einheimischen, und der Blick schweift über unauffällige Hügelketten. Kein Fuji-san. Bis endlich, viel weiter oben in den Wolken, eine Lücke aufreißt und sich doch die abgeflachte Kraterspitze zeigt.
Der Fuji-san (富士山, d.h. der Berg Fuji) – auf Japanisch heißt er gar nicht Fujiyama – ist mit 3776 m nicht nur Japans höchster Berg, sondern auch der schönste freistehende Vulkankegel weltweit. Er ist UNESCO-Welterbe, Wahrzeichen Japans, Heiliger Berg und eigentlich sogar ein Gott. In der japanischen Kunst wurde der Fuji unzählige Male abgebildet, am berühmtesten in der Holzschnittserie "36 Ansichten des Berges Fuji" von Katsushika Hokusai, darunter die berühmte Welle, gegen die der große Berg fast unbedeutend klein wirkt. Kein Wunder, dass jeder Japanreisende ihn wenigstens einmal sehen möchte – vielleicht auch gerade deshalb, weil er sich bekanntlich oft in Dunst und Nebel versteckt.

Bei sehr klarem Wetter ist der Fuji-san auch von Tokyo aus zu sehen, öfters auch beim Anflug, bzw. Abflug nach und von Tokyo und manchmal auch vom Shinkansen-Fenster aus auf der Strecke Tokyo-Kyoto. Aber um die Wahrscheinlichkeit und Eindrücklichkeit einer Bergsichtung zu erhöhen, ist es ratsam, sich an einen der Orte zu begeben, die japanweit bekannt für ihren schönen Fuji-Blick sind: Eine Übernachtung dort führt noch einmal zu einer höheren Erfolgsquote, denn oft ist es morgens klarer. So wartet in Doris Dörries Film "Hanami" der Protagonist mehrere Tage auf das Erscheinen des Berges! Wer ganz sicher gehen möchte, kann den Fuji-san auch selbst besteigen, allerdings sieht man dann die wunderbare Kegelform natürlich nicht.

Eine besonders seltene und beeindruckende Ansicht des Fuji-san ist der sogenannte Diamant-Fuji (ダイヤモンド富士). (Dazu Artikel auf Asienspiegel hier und hier.) Davon spricht man, wenn die Sonne im Krater des Fuji-san auf- oder unterzugehen scheint – sichtbar ist dieses Phänomen nur von ein paar Dutzend Orten und jeweils nur zweimal im Jahr. Hier eine Übersichtskarte mit den genauen Daten, noch genauere Tipps für den Yamanakako hier.
Nachfolgend ein Überblick über besonders gute – und für Touristen praktikable – Orte für die Fuji-Sichtung und Tipps für die Besteigung.
Aussichtspunkte in Tokyo
Skytree: Mit Plattformen auf 350 und 450 m bietet der 634 m hohe Fernsehturm den besten Überblick, und der Fuji-san liegt, wenn man ihn sieht, hinter der Mega-Metropole. 8-22 Uhr, 2060 ¥ für die untere Plattform.
Tokyo Tower: Der alte Fernsehturm ist nur 333 m hoch, aber von den beiden Plattformen hat man natürlich auch einen guten Blick, manchmal bis zum Fuji. 9-23 Uhr, 900¥ für die untere Plattform
Tokyo Metropolitan Government Office: Das Präfekturrathaus bietet gleich zwei Aussichtsplattformen im 45. Stock der beiden Türme. Meistens 9.30-22.30, Eintritt frei.
Mori Building Tokyo City View: Rundumblick im 52. Stock in zentralerer Lage als die anderen Aussichtspunkte. Vom Skydeck (+500¥) kann man ohne Glasscheibe fotografieren. 10-23 Uhr, am Wochenende bis 01 Uhr, 1800 ¥ einschließlich Mori Art Museum.
Südlich des Fuji-san
Die

Gute Orte für den Fuji-Blick sind der See Ashi-ko (von manchen Uferstellen muss man ein Stück auf den See hinausfahren), die dampfenden vulkanischen Quellen von Ôwakudani (aktuell wegen vulkanischer Aktivität gesperrt) und Fujimichaya am Otome-Pass zwischen Gotenba und Hakone.
Nördlich des Fuji-san
Auch von den Mittelgebirgen entlang der Chuo-Autobahn und Bahnlinie hat man von den Bergen aus einen guten Blick, aber das Hauptausflugsziel ist die Fuji-fünf-Seen-Gegend (Fuji Goko), etwa vom Yamanashiko oder vom Kawaguchiko aus. Der kleinere und besonders tiefe Motosuko bietet mit etwas Glück die Fuji-Ansicht, die auch auf dem 1000-Yen-Schein abgebildet ist. Zu den malerischsten Aussichtspunkten gehören außerdem der Oishi-Park auf der Nordseite des Kawaguchiko, die Chureito-Pagode bei Shimo-Yoshida und das Dorf Oshino-Hakkai mit Wasserrädern und klaren vulkanischen Teichen. Auf den Berg Tenjô, einen ziemlich nah am Fujisan gelegenen Aussichtspunkt, führt eine Seilbahn hinauf.

In der Gegend (besonders um Yoshida und den Kawaguchiko) finden sich zahlreiche Hotels, viele davon mit Onsen, sowie Vergnügungsparks, Museen und andere Optionen für Tage ohne Aussicht. Das Fuji Visitor Center wartet mit Informationen und einem Dokumentarfilm auf.
Besteigung
„Wer niemals den Fuji besteigt, ist ein Dummkopf, und wer zweimal hinaufgeht, noch mehr“ - lautet ein japanisches Sprichwort.
Seit der Edo-Zeit gilt die Besteigung des Heiligen Berges als Pflichtprogramm für jeden Japaner, allerdings ist die Wanderung an sich mit dem großen Höhenunterschied, Kälte, und eintönigem vulkanischem Geröll nicht unbedingt ein Genuss. In der klar abgegrenzten Wandersaison von Juli bis Anfang September ist die Besteigung auf gut befestigten Wegen geradezu institutionalisiert, und es gibt so viele Rastplätze und geöffnete Hütten, dass der Aufstieg auch für ältere oder ungeübte Wanderer möglich ist. Trotzdem sollte man Respekt vor der Höhe mitbringen und möglichst fit sein. Mehr zur Besteigungssaison. Vom Besteigen außerhalb der Saison wird abgeraten, da es wegen den unberechnbaren Wetterbedingungen risikoreich ist, den Berg zu erklimmen. Mehr Informationen zu Risiken.
Fuji-Besteigungen sind manchmal Teil geführter Japan-Rundtouren auch aus Deutschland (einen Überblick über angebotene Touren finden Sie auf unserer Seite Reiseveranstalter für Japanreisen), ansonsten gibt es in Japan zahlreiche Anbieter, die zweitägige Touren von Tokyo aus anbieten, auch mit englischsprachigen Bergführern. Verschiedene Anbieter haben dazu auch buchbare Online-Angebote, so zum Beispiel Club Tourism, Japanican, voyagin, veltra und die deutschsprachige Seite Japan Travel Centre. Auf Japan spezialisierte Reiseveranstalter helfen auch gerne die Fuji-Besteigung in Ihre Reise einzubauen.
Wer sich ohne Gruppe auf den Weg machen will, muss sich zunächst für eine der vier Routen entscheiden, die jeweils in 10 Stationen von unten bis zum Gipfel eingeteilt sind. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Höhe und Wanderdauer, sondern kommen von verschiedenen Himmelsrichtungen. Wer also anschließend in Hakone ins Onsen möchte oder nach Kyoto weiterfährt, wählt eine südliche Route, für das Fuji-Fünf-Seen-Gebiet und die Weiterfahrt nach Matsumoto bietet sich die nördliche Yoshida-Route an.
Bis zu den jeweiligen fünften Stationen führen Straßen, und während der Saison fahren spezielle Wanderbusse, z. T. direkt von Tokyo, die in der Regel ab dem späten Vormittag dort ankommen. Die beliebtesten Routen sind die von der Fuji Subaru Line 5th Station (Yoshida-Route, auf 2300 m, von Kawaguchiko erreichbar) und der Fujinomiya 5th Station (2400 m, von Fuji aus erreichbar). Es ist üblich, am (späten) Nachmittag zu starten, vielleicht für einige Stunden in einer der Hütten zu ruhen, und dann gegen 3 Uhr weiterzuwandern, um den Sonnenaufgang vom Gipfel aus zu erleben. Natürlich ist die Besteigung aber auch tagsüber möglich, je nach Kondition in etwa 12 Stunden einschließlich Pausen und Kraterumrundung. Außerhalb der offiziellen Wandersaison gibt es Wanderbusse wenn überhaupt nur am Wochenende, und die die Hütten und Verkaufsstände schließen ein paar Wochen nach Saisonende, dafür ist man mit weniger Mitwanderern unterwegs.
Unbedingt notwendig für die Besteigung sind warme Kleidung für Minusgrade, Regen und Wind, eine (Stirn-)Lampe, ggf. Stöcke und gut eingelaufene feste, knöchelhohe Schuhe – der Rückweg führt z. T. durch Vulkanschutt sehr steil nach unten.
Mehr Informationen auf Englisch:
Fujisan Climb
Japan Guide
Westwards
Einige Anbieter von geführten Touren:
Fuji Mountain Guides
Willer Express
My Tokyo Guide
Erfahrungsbericht von einer geführten Wanderung, auf Deutsch: Fuji-Besteigung @ Wanderweib
The Complete Guide to Climbing Mount Fuji (Yoshida Trail)
Mehr Tipps zum Wandern bei uns:
Wandern und Pilgern
Osorezan - Der Eingang zur Unterwelt
Weiterlesen ...
Japanische Kirschblüte und Hanami
Ein luftiger rosa Traum – die Kirschblüte und ihre Betrachtung (hanami)
Rosa in allen Schattierungen, soweit das Auge blickt. Die Farbpalette der zarten Blüten reicht von reinem Weiß über luftiges Babyrosé bis hin zu kräftigem Pink. Und dieses Bild wiederholt sich dutzende Male in den LCD-Displays von Spiegelreflexkameras und Handys. Die Kirschblüte (sakura) zeigt nicht nur den Beginn des Frühlings an, sondern ist Ausdruck der japanischen Seele – Touristen wie Japaner wollen sie im Bild festhalten.
Ob rosa oder weiß, getupft oder in üppigen Trauben, das hängt übrigens von der Baumsorte ab – insgesamt gibt es um die dreihundert Variationen japanischer Kirschbäume. Am häufigsten ist die schnell wachsende Somei-Yoshino-Kirsche mit zarten, fünfblättrigen, fast weißen Blüten. Etwas seltener sind die „Chrysanthemen-Kirschen“, deren Blüten mit ihren bis zu hundert Blütenblättern puschelige weiche Bälle formen, und die Trauerkirschen, deren Zweige von der Last der Blüten auf den Boden heruntergezogen scheinen. Die unterschiedlichen Kirschbaumarten werden nicht nur wegen des breiteren Farbenspektrums angepflanzt, sondern auch, weil ihre Blüten zeitlich versetzt aufgehen und sich die sprichwörtlich kurze Kirschblüte so auf mehrere Wochen strecken lässt.
Weiterlesen ...
Onsen - Japans heiße Quellen
Onsen – Japans heiße Quellen
Gebadet wird überall auf der Welt, aber nirgendwo so stilvoll wie in Japan. Seit frühester Zeit erweist sich das japanische Bad als mehr als nur reines Waschen, sondern als Möglichkeit die Seele baumeln zu lassen und eine Entspannungmöglichkeit für Körper und Geist.
Gebadet wurde schon früh im Wasser natürlicher heißer Quellen, die dank der geologischen Voraussetzungen überall im Land zu finden sind. Erwähnte heiße Quellen (onsen) dienten neben der Entspannung auch der Gesundheit: Bis heute helfen sie bei vielerlei gesundheitlichen Beschwerden. Das u.a. mit Schwefel, Natriumchlorid, Kohlenstoff und Eisen angereicherte Wasser erreicht oft enorm hohe Temperaturen (durchschnittlich 40°C).
Um den Atem der Natur zu verspüren, besuchen Japaner vorzugsweise Freiluftbäder (rotemburo). Letztere befinden sich oft in wildromantischen Felsenlandschaften. Hier im dampfenden Wasser zu relaxen und sich von der Natur verzaubern zu lassen, gehört zu den denkwürdigen Höhepunkten einer Japanreise. Gleichzeitig erfährt man ein Stück nachahmenswerter, japanischer Lebensart und wird die Erinnerung an das besondere Erlebnis sicherlich nicht schnell vergessen.
Hinweise zum Baden in Japan
![]() |
Normalerweise gibt es getrennte Badebereiche für Männer und Frauen. An den Eingängen wird dies durch Noren, zweigeteilte kurze Vorhänge, mit Schriftzeichen angezeigt: "OTOKOYU" oder "TONOGATA" für männliche, und "ONNAYU" oder "GOFUJIN" für weibliche Badegäste. |
![]() |
In Japan ist es nicht üblich direkt in die Wanne zu steigen. Bevor man also tatsächlich ins Becken mit heißem Wasser eintreten darf, sollte man sich zuerst außerhalb waschen (einseifen ist nicht immer notwendig): übergießen Sie sich mit heißem Wasser und reinigen Sie sich mit einem Basin oder einer Brause. |
![]() |
Die Temperatur in heißen Quellen wird meistens auf um die 40° C gehalten. Japanische Badegäste sind an die hohen Temperaturen gewöhnt. Es gibt an den Becken einen Wasserhahn für das Zuführen von kaltem Wasser, damit die Badetemperatur angepasst werden kann. Bitte führen sie jedoch nicht zu viel kaltes Wasser zu, damit andere Gäste ihr heißes Bad genießen können. | ![]() |
Eine Auswahl von touristisch interessanten Onsen in Japan
Ein Bad in einer heißen Quelle ist nicht nur wunderbar entspannend und gut für die Gesundheit, sondern ist einfach ein ganz besonderes und sehr japanisches Erlebnis, das man auf der Japanreise nicht verpassen sollte. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu eineigen sehenswerten Onsen. Als PDF bieten wir Ihnen zusätzlich eine Liste mit heißen Quellen an:
Kinugawa Onsen
Nördlich von Tokyo im Nikko-Nationalpark der Präfektur Tochigi erwartet den Besucher eine beeindruckende Naturlandschaft. Die Gegend ist reich an Vulkanen und Onsen. Eines davon ist das malerische Städtchen Kinugawa, das sich entlang des Kinu-Flusses erstreckt. Die Tallage inmitten dichter Wälder, die allgegenwärtige Blumenpracht im Frühling und nicht zuletzt das Farbenspiel des heimischen Herbstlaubes lassen diesen Ort zu einem Anziehungspunkt für Naturfreunde werden.
Kinugawa Onsen ist einr der ältesten und bekanntesten Badeorte der Kanto-Region.
Wanderwege entlang der Ryuou-Schlucht, Bootsfahrten auf dem Kinu Fluss, ein Besuch im Miniaturen Park Tobu world square oder im Freizeitpark Nikko Edomura machen den Aufenthalt in vieler Hinsicht erlebnisreich. Unbedingt empfehlenswert ist auch der Besuch des weltbekannten Toshogu Schreins in Nikko, der dem UNESCO Weltkulturerbe zugerechnet wird. Unter den zahlreichen Naturschönheiten der Schrein-Umgebung sind besonders der Chuzenji-See und an dessen östlichem Ufer der mächtige ca. 100 m hinabstürzende Kegon-Wasserfall einen Besuch wert.
| Man erreicht den Ort vom Asakusa-Bahnhof in Tokyo mit dem Ltd. Express-Zug der Tobu-Linie. Die Fahrt dauert ca. 2 Std. |
Hakone Yumoto Onsen
Yumoto liegt in einer der beliebtesten Freizeit- und Ferienregionen Japans, dem Fuji-Hakone Nationalpark in der Präfektur Kanagawa. Die Landschaft besteht vorrangig aus vulkanischem Bergland und erstreckt sich ca. 90 km von Tokyo entfernt zwischen dem Berg Fuji im Norden und der Izu Halbinsel im Süden. Yumoto-Onsen liegt westlich von Odawara am Zusammenfluss von Hayakawa und dem Sukumo Fluss.
Hakone-Yumoto Onsen ist einer der ältesten Badeorte der Region. Er zählt zu den beliebtesten Onsen des Hakone Gebietes. Unter seinen zahlreichen heißen Quellen sind besonders die Freiluftthermen Kappa Tengoku und Tenzan hervorzuheben. Yumoto bietet eine schöne Sicht auf den Berg Fuji. Darüberhinaus lohnt sich der Besuch des romantischen Ashi Sees sowie des Tals des großen Dampfes (owakudani), wo Schwefeldämpfe aus blubbernden Solfataren vom vulkanischen Ursprung dieser Gegend künden. Lassen Sie sich getrost auf Dampf gekochte Eier schmecken. Es heißt, sie sollen das Leben verlängern.
| Man erreicht den Ort vom Hauptbahnhof Tokyo aus mit der JR-Tokaido Shinkansen Linie nach Odawara (40 Min.) und von dort mit der Hakone Tozan Linie nach Hakone Yumoto (ca. 15 Min.) Oder Sie wählen die Direktverbindung mit der Odakyu-Bahn (romance car) ab Tokyo-Shinjuku (85 Min.). Hierfür ist der Odakyu Hakone Freepass zu empfehlen, der Ihnen eine Reihe von Vergünstigungen sichert. |
Shimoda Onsen
In südlicher Ostseite der Izu-Halbinsel gelegen zählt das Hafenstädtchen Shimoda mit ca. 32.000 Einwohnern. Der Ort ist einer der bekanntesten Onsen-Orte der Region. Er ist auch Ausgangspunkt von zahlreichen Kreuzfahrten auf den Spuren der geschichtsträchtigen „schwarzen Schiffe“ und zu einigen der sieben nahegelegenen Izu-Inseln (u.a. Oshima)
Shimoda erlangte historische Bedeutung, als hier im Jahr 1854 die schwarzen Schiffe des amerikanischen Admirals Mathew Perry landeten und Japan damit nach jahrhundertelanger Abgeschlossenheit zur öffnung der Häfen zwangen. Berühmt sind die von weißen Mauern umgebenen traditionellen Wohnhäuser der Stadt. Den Badegästen stehen zahlreiche von heißen Quellen gespeisten Bäder zur Verfügung.
Hauptattraktionen des Ortes sind der buddhistische Ryosen Tempel, wo einst die Verhandlungen um die Öffnung Japans stattfanden, ein Unterwasser-Aquarium und die unweit der Stadt gelegenen Shirahama und Yumigahara genannten Strände, die aufgrund ihrer pittoresken Lage, ihres leuchtend weißen Sandes und zahlreicher, Schatten spendender Pinien zu den beliebtesten Stränden der Halbinsel zählen.
Ebenfalls an der Ostküste der Izu-Halbinsel, ca 25 km nördlich von Shimoda finden Onsen-Kenner das Izu-Hokkawa Onsen.
| Sie erreichen Shimoda Onsen vom Hauptbahnhof Tokyo aus mit dem J.R. Limited Express „Odoriko“ oder dem „Super view Odoriku“ Zug in 2 Std. 40 bzw. 50 Min. |
Nozawa Onsen
Die Präfektur Nagano umschließt annähernd die alpine Bergwelt Japans. Schneebedeckte Gipfel von über 3000m Höhe, blühende Täler und zahlreiche Onsen machen diese Region zu einem Bade-, Ski- und Bergsteiger- Eldorado. Der Badeort Nozawa Onsen liegt im Norden der Präfektur und gilt als einer der beliebtesten Thermal- und Skizentren Japans.
Heißes, dampfendes Quellwasser inmitten tief verschneiter Landschaft verzaubert den Besucher des Thermalorts Nozawa zur Winterzeit. Von rasanter Ski-Abfahrt oder ausgedehnter Bergwanderung heimgekehrt, entspannt sich der Besucher in einem der dreizehn öffentlichen, gebührenfreien Onsen. Gern unternimmt der Badegast zwischen verschiedenen Quellbädern ein sogenanntes Onsen-Hopping. Hotelnamen, wie etwa „House St. Anton“ unterstreichen den europäisch alpinen Flair dieser Gegend. Es gibt sowohl Abfahrten für geübte Skifahrer, als auch für Anfänger.
Unter vielen örtlichen Attraktionen ist das jährlich am 15. Januar stattfindende große Feuerfest (Dosojin-Festival) zu nennen.
| Sie erreichen Nozawa-Onsen mit dem Nagano Shinkansen von Tokyo-Hauptbahnhof aus bis Nagano-City in 1 Std. 55 Min. Dort steigen Sie in einen Bus nach Nozawa-Onsen-Mura um. Die Fahrtzeit beträgt ca. 1 Std. 15 Min. |
Yudanaka Onsen
Ca. 30 km von Nagano-City entfernt, liegt am Rande des bekannten Skigebiets Shigakogen der Thermalort Yudanaka. Er umfasst 9 Onsen-Bereiche. Darunter das traditionsreiche Shibu Onsen. Yudanaka liegt in der Nähe des Jigokudani-Parks. Der Name bedeutet Höllental und beschreibt eindrucksvoll die zahlreichen heißen Quellen, aus denen Dampf über die im Winter verschneite Landschaft zieht: Unterirdische Pforten der Hölle scheinen sich geöffnet zu haben und bieten ein sehenwertes Naturschauspiel.
Besucher baden vorzugsweise in allen neun Onsen Gebieten der Stadt, denn dem Volksmund entsprechend, ist der, der in allen Thermen gebadet hat, ein Glückspilz.
Eine besondere Attraktion sind die Makaken Affen, welche vor langer Zeit die Badenden beobachteten und selbst eine Vorliebe für das heiße Wasser entwickelten. Nun sitzen sie, oft mit einem Schneehäubchen gekrönt, im heißen Quellwasser und bieten dem Besucher einen unvergesslichen Anblick.
| Sie erreichen Yudanaka mit dem Ltd. Express-Zug der Nagano Dentetsu Linie von Nagano Bahnhof aus in ca. 40 Min. |
Kusatsu Onsen
In der bergigen Region der Präfektur Gunma liegt ein Thermalort neben dem anderen. Wohin man sich auch wendet sprudeln heiße Quellen. So auch im Ort Kusatsu, dessen zentrale Quelle Yubatake schon seit dem 12. Jh. bekannt ist. Kusatsu-Onsen liegt am Fuß des Berges Shirane.
Mehr als 170 traditionelle Ryokan und hochmoderne Hotels laden den Besucher zum Verweilen ein. Neben den heißen Quellen ist Kusatsu-Onsen auch wegen seiner Ski- und Wandersportmöglichkeiten bekannt. Ausflüge in die romantische Umgebung sind bei Jung und Alt beliebt. Unter den 18 öffentlichen Bädern ist besonders das Freiluft-Onsen im Sai-no-kawara Park beliebt.
Zu den Hauptattraktionen des Ortes zählen, neben einem Sommer-Musikfestival, die erwähnte zentrale Quelle Yubatake, der pro Minute 5000 Liter heißes Wasser entspringt. Speziell ausgebildete Frauen kühlen das Wasser nach traditionellem Brauch durch Umrühren mit langen Holzschlegeln.
| Sie erreichen Kusatsu-onsen vom Tokyo-Ueno-Bahnhof aus mit der Tokkyu Bahnlinie nach Naganohara-Kusatsuguchi in ca. 2 Std. 30 Min. Von dort fährt Sie der Bus nach Kusatsu-Onsen in ca. 30 Min. |
Shirahama Onsen
Shirahama-Onsen liegt an der Südwestküste der Kii-Halbinsel in der Präfektur Wakayama. Die Kii-Berge prägen das Landschaftsbild. Sie sind die Heimat vieler historisch sakraler Orte, wie etwa die Klostersiedlung auf dem Berg Koya, die seit dem 9. Jh. zu den spirituellen Zentren Japans gehört.
Shirahama-Onsen zählt zu den ältesten Badeorten des des Landes. Doch auch heute noch erfreuen sich Besucher am ortsnahen weißen Sandstrand, modernen wie traditionellen Hotels und Freizeitparks. Im Mittelpunkt des örtlichen Kurbetriebes stehen natürlich die Onsen, wie z.B. das Yuzaki-Onsen, wo man unter freiem Himmel in handgefertigten Felswannen badet.
Die vorgelagerte Engetsu-Insel lockt den Kurgast mit wilden Felsformationen. Auch die senjo-jiki genannte „Landzunge der tausend Tatamimatten“ und die stadtnahen 50 m hohen Klippen gehören zu Shirahamas Naturattraktionen. Darüberhinaus bietet der Thermalort zahlreiche Möglichkeiten zum Wasser-, Tennis oder Golfsport.
Interessenten japanischer Spiritualität seien die Kumano-Kodo-Routen empfohlen, alte Pilgerwege.
| Sie erreichen Shirahama-Onsen vom Bahnhof Shin-Osaka aus mit der JR Kisei Honsen Linie in ca. 2 Std. 15 Min. |
Dogo Onsen
Dogo Onsen befindet sich in nordöstlicher Lage der Stadt Matsuyama, ca. 2 km von deren Zentrum entfernt. Matsuyama ist Hauptstadt der Präfektur Ehime, eine der 4 Präfekturen der Insel Shikoku. Die Stadt liegt an der Nordwestküste Shikokus und ist wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum der Region.
Dogo Onsen gilt als eines der ältesten Thermalbäder Japans. Sein Alter wird auf über 3000 Jahre geschätzt. Ein leicht nostalgischer Charme durchzieht den Badeort, sieht man etwa ihre alten Straßenbahnen oder ihre mächtige Burg im Zentrum. Auch das Hauptbadehaus stammt aus guter alter Zeit. Ab 06:30 Uhr morgens verkünden Trommelschläge die Öffnung. Im dreistöckigen Holzgebäude und seiner Umgebung herrscht eine Atmosphäre relaxter Badegeselligkeit. Japaner im leichten Baumwollkimono, dem Yukata, wandeln zwischen den insgesamt 17 Quellen. Der Badeort diente als Vorbild für Hayao Miyazakis bekannten Zeichentrickfilm Chihiros Reise ins Zauberland.
Neben Burg- und Tempelbesuchen sind Ausflüge in die Nachbarschaft zu empfehlen. So z.B. zur Inselstraße „Shimanami Kaido“, die vom Ort Imabari auf Shikoku ausgeht und bis nach Onomichi auf der Hauptinsel Honshu reicht. Beliebt sind die 80 km langen Fahrradwege über die dazwischen liegenden Inseln der Inlandsee. Eindrucksvolle Landschaftsbilder und anregende Bekanntschaften mit den internationalen Gästen der Fahrradstationen lassen dieses so genannte „Insel Hopping“ zu einem unvergesslichen Ferienerlebnis werden.
| Vom Bahnhof Shin-Osaka aus fährt Sie der JR Shinkansen nach Okayama in 40 Min. Weiter nach Matsuyama Station fährt die JR Seto-ohashi/Yosan Linie in ca. 3 Std. Vom Bahnhof Matsuyama nehmen Sie die Straßenbahn nach Dogo-Onsen (20 Min.). Oder Sie fliegen vom Flughafen Osaka/Itami in 50 Min. nach Matsuyama. |
Yufuin Onsen
Der Badeort Yufuin-Onsen liegt etwa 25 km westlich vom Städtchen Beppu entfernt, in der Präfektur Oita auf der Insel Kyushu. Der malerische Ort am Fuße des Berges Yufu befindet sich im fruchtbaren Becken des Yufu-Flusses. Vom höher gelegenen Kirin-See steigt an kühlen Tagen Dampf auf, der seine Umgebung in eine romantisch geheimnisvolle Atmosphäre taucht.
Das Städtchen Yufuin ist ein malerisch gelegener Ort mit einer großen Anzahl von Thermalbädern. Wie in vielen anderen Onsen-Gebieten ist es auch hier üblich, von einem Bad zum nächsten zu pilgern.
Zu empfehlen sind der Besuch des buddhistischen Konzen-Tempels oder des nahegelegenen Kinrin-Sees, der am Abend mit unzähligen Glühwürmchen seine Besucher entzückt. Touren in die Umgebung führen zum Aso-Nationalpark, der in seinem riesigen, weltgrößten Kraterbecken von 128 km Umfang fruchtbare Wiesen, schattige Wälder aber auch schwarz erstarrte Lavafelder mit bizarren Felsformationen birgt. Ebenso eindrucksvoll ist ein Besuch der Hafenstadt Usuki, in deren Nähe steinerne Buddhafiguren aus dem 8. – 16. Jh. zu bewundern sind. Schließlich ist ein Abstecher in das bekannte und vielbesuchte Kurbad Beppu zu empfehlen.
| Vom Bahnhof Shin-Osaka aus gelangen Sie mit der JR Sanyo Shinkansen Linie in ca. 2,5 Std. nach Kokura bei Kita-Kyushu. Dort steigen Sie in den Ltd. Express Zug der Nippo-Linie und erreichen in 1 Std. 20 Min Beppu. Von Beppu geht’s weiter mit dem Kamenoi Bus in ca. 40 Min. nach Yufuin-Onsen. |
Weitere Infos zu Onsen finden Sie auf unserer englischsprachigen Seite.
Eine Liste von Onsen, die nach Präfekturen sortiert ist, finden Sie auch bei Outdoor Japan.
Buchen Sie z.B. einen Aufenthalt in einem Onsen Ryokan über Selected Onsen Ryokan.
Weiterlesen ...


Auch Freunde des weißen Sports kommen in Japan auf Ihre Kosten. Golf ist hier unglaublich populär und so verwundert es nicht, dass sich im ganzen Land über 2.345 Golfplätze befinden. Viele der Plätze wurden von Golfgrößen wie Jack Nicklaus gestaltet, und so finden Sie sportliche Herausforderung auf höchsten Niveau und Greens in wunderschönen Landschaften. Wer sich vorher etwas warm spielen möchte kann allein im Großraum Tokyo aus über 77 driving ranges wählen. Informationen zu allen Golfplätzen von A-Z, eine Top 100 der sportlich anspruchvollsten Plätze, die wichtigsten Informationen zu Löchern/Par, Green Fee und Anreiseinformationen finden Sie auf der englischsprachigen Homepage Golf in Japan.




Genuss und gutes Essen sind ein Lebensgefühl, essentieller Teil einer Kultur und machen einfach Spaß! Lassen Sie sich während Ihrer Japanreise auf dieses Vergnügen ein und tun Sie es wie die Japaner auf ihren eigenen Reisen: Lernen Sie Ihr Gastgeberland über das Essen kennen, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen - und Japan hat Gorumets eine Menge zu bieten.



Houtou ist ein lokales Gericht aus Yamanashi. Nudeln, die an Udon (Nudeln aus Weizenmehl) erinnern, werden mit Kürbis oder anderem Gemüse in Miso-Suppe gekocht. Diese Nudeln sind breiter und flacher als normale Weizenmehlnudeln und werden nicht vorgekocht, sondern kommen roh in den Suppentopf. Houtou, das mit breiigem Kürbis in Suppe auf Miso-Basis gekocht wird, schmeckt köstlich und kann auf Wunsch durch anderes Gemüse wie Kartoffeln, durch Pilze, Schweine- und Hähnchenfleisch ergänzt werden. Der Legende nach ist man vor Erkältungen sicher, wenn man zur Wintersonnenwende (kürzester Tag des Jahres, um den 22. Dezember) Kürbis isst – und an diesen Brauch hält man sich in Yamanashi. Auf jeden Fall wird Sie eine Schale Houtou mit überaus nahrhaftem Kürbis an kalten Wintertagen wärmen.
Der Hamana-See, wo sich Süßwasser mit Meereswasser vermischt, ist berühmt für die Aalzucht. Sie sind sehr nahrhaft und werden in Japan traditionell im Sommer gegessen, wenn die Menschen aufgrund der Hitze und Feuchtigkeit zu Appetitverlust neigen. Die beliebteste der vielen Zubereitungsarten von Aalen heißt Kabayaki (über Holzkohle gegrillter Aal). In der Kanto-Region werden Aalfilets über Holzkohle gegrillt, einmalig gedünstet und anschließend noch mal bei mittlerer Hitze gegrillt und mit Marinade übergossen. In der Kansai-Region wird ein ganzer Aal mit Innereien am Spieß gegrillt und dabei mit Marinade übergossen. Una-ju oder Una-don mit gebratenem Aal auf einem Bett aus heiß gekochtem Reis mit Marinade ist unabhängig von der Jahreszeit sehr beliebt. Diese Gerichte findet man in vielen Restaurants in der Gegend des Hamana-Sees.
Miso-katsu ist ein in Aichi beliebtes Gericht aus Tonkatsu (gebratenes Schweinekotelett) und einer Sauce auf Miso-Basis. In ganz Japan werden Schweinekoteletts üblicherweise mit einer Sauce gereicht, die an Worcester-Sauce erinnert, aber in der Tokai-Region, zu der auch Nagoya gehört, verwendet man eine eigene Sauce auf Miso-Basis. Wenn Sie dort in einem Restaurant Schweinekoteletts bestellen, werden Sie vielleicht gefragt: „Miso oder Sauce?“ Das verwendete Miso ist ein gut gewürztes, scharfes Haccho-miso – eine Spezialität in Aichi. Die Miso-Sauce wird mit Bonito-Brühe und Zucker gesüßt. Vergessen Sie nicht, Miso-katsu zu probieren, wenn Sie in der Gegend von Nagoya sind. In anderen Regionen könnten Sie feststellen, dass das Miso zwischen die Panade und das Fleisch kommt, die Koteletts also nicht erst nach dem Braten gewürzt werden.´
Gekochte Udon (Weizenmehlnudeln) tauchen in Miso-Suppen in ganz Japan auf, doch bei Miso-nikomi handelt es sich normalerweise um in Miso-basierter Suppe gekochte Weizenmehlnudeln aus der Gegend von Nagoya. Für dieses Gericht verwendet man bevorzugt trockene Bonito-Brühe und die festen Nudeln, die nur aus Mehl und Wasser bestehen. Dazu kommen Hähnchen, Tsukimi-tamago (pochierte Eier), Lauch, Shiitake-Pilze und Reiskuchen. Statt Udon werden manchmal Kishimen (flache Nudeln) verwendet. Miso-nikomi wird in einem Tontopf für eine Person gekocht und heiß am Tisch serviert. Der Deckel kann als kleiner Teller benutzt werden, in den man etwas Nudeln und Suppe zum Kühlen geben kann. Aus Reis, der in der übrig gebliebenen Suppe gekocht wird, kann man köstlichen Brei machen.
In Hiroshima sind Okonomiyaki (herzhafte Pfannkuchen) seit der Vorkriegszeit ein beliebter Snack. Nach dem Krieg fing man an, sie als Gericht zu essen. Aufgrund der Nahrungsmittelknappheit fügte man den Pfannkuchen zusätzlich Zutaten wie Kohl, Ei, Meeresfrüchte und Nudeln zu – und so entstand die bis heute übliche Zubereitungsart. Charakteristisch für diese einzigartigen Pfannkuchen nach Hiroshima-Art sind die sechs Schichten: Pfannkuchenteig, Kohl, dann die Hauptzutaten plus Nudeln und wieder Pfannkuchenteig, dann wird alles gewendet und zusammengedrückt, darauf kommt Spiegelei. Das ergibt eine deftige und ausgewogene Mahlzeit. Ein lokales Unternehmen produziert dazu eine Spezialsauce in vielen Variationen, sodass Sie die Pfannkuchen individuell abschmecken können.
Fugu Sashimi wird so dünn geschnitten, dass man durch die sorgfältig arrangierten Scheiben das Muster des Tellers sehen kann. Das Gericht sieht vorzüglich aus, und das zarte, weiße Fleisch ist außerordentlich schmackhaft. Aus Kugelfisch wird auch ein Fuguchiri genannter Eintopf gemacht. Hire-zake ist wiederum ein Sake-Getränk mit getrocknetem Kugelfisch. Kugelfische sehen niedlich aus, aber es gibt Arten, die ein tödliches Gift namens Tetrodotoxin enthalten. Kugelfischköche müssen eine spezielle Lizenz erwerben. Lizenzierten Köchen wird beigebracht, die giftigen Bestandteile vorsichtig zu entfernen, damit der Fisch beim Verzehr absolut sicher ist. Der Kugelfischgeschmack hat schon vor langer Zeit die Herzen der Japaner erobert.
In Japan werden Austern aufgrund ihres hohen Nährwerts und vollen Geschmacks als „Milch des Meeres“ bezeichnet. Hiroshima ist dank einzigartiger Zuchttechniken, die über Jahrhunderte weitergegeben wurden, der führende Austernproduzent Japans. Die großen, glänzenden und geschmeidigen Austern aus Hiroshima sind so köstlich, dass Sie an Austern aus anderen Gegenden jegliches Interesse verlieren werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr Glykogen, Eisen, Phosphor etc. enthalten als andere Austern. Vor allem roh schmecken sie ganz exquisit. Wenn Sie die Schale einer frischen Auster öffnen und sie mit Essig oder Zitrone essen, spüren Sie in Ihrem Mund die saftige Süße und den salzigen Geschmack des Meeres. Wenn Sie kein Freund roher Austern sind, könnten Sie Hiroshimas Spezialität probieren: Austern-dotenabe – leckere Austern, die in einer Miso-basierten Suppe gekocht werden, bis sie wunderbar zart sind.
Im Gegensatz zu normalen japanischen Nudeln sind die aus Izumo-Buchweizen gemachten Nudeln eher dunkel, da der Buchweizen mitsamt Spreu gemahlen wird. Diese Spreu enthält viele Nährstoffe wie Proteine, Vitamine und Mineralstoffe und liefert zudem ein gewisses Aroma. Die dunklen Nudeln haben eine feste Konsistenz, ein kräftiges Aroma und einen hohen Nährwert, und die Brühe hat einen charakteristischen Geschmack. Es gibt mehrere authentische Gerichte: Wariko-Buchweizennudeln werden beispielsweise auf einem wunderschön lackierten Teller arrangiert, mit Relish gewürzt und mit Sauce übergossen. Kamaage-Buchweizennudeln gibt man in eine vorgeheizte Schüssel und gießt Sobayu ein (das Wasser, in denen die Nudeln gekocht wurden), dann Sauce. Gegessen werden sie mit geschnittenen Lauchzwiebeln und anderen Zutaten.
Die reiche Vielfalt an frischem Fisch und verarbeiteten Meerestieren zieht Touristen aus dem ganzen Land nach Hokkaido. Zu den Köstlichkeiten gehören Krabben, Jakobsmuscheln, Seeigel, Lachsrogen, Lachs, Hering, Flunder, Kabeljau, Hokke-Grünling, Tintenfisch, Oktopus, Shrimps, Seeohren, feste Trogmuscheln und Seetang. Diese aus nördlichen Meeren stammenden Produkte sind außerordentlich schmackhaft und aromatisch und werden zu den besten ihrer Art gezählt. Vor allem die Krabben sind einzigartig. Je nach Saison und Gegend können Sie Königinnenkrabben, Rosshaarkrabben, rote Königskrabben oder blaue Königskrabben genießen. In der Saison sind sie schwer für ihre Größe und sehr aromatisch, ob man sie in Salzwasser kocht oder als Sashimi zubereitet. Die Seeigel ernähren sich von Seetang, und das Sashimi schmeckt so köstlich, dass man es mindestens ein Mal probiert haben muss. Diese volle und milde Süße werden Sie nur auf Hokkaido finden. Wir empfehlen außerdem den Besuch eines Markts, wo Sie frische Speisen vor Ort genießen können. Es gibt Restaurants, in denen man ausgefallene Meerestiere zu vernünftigen Preisen probieren kann, z. B. Donburi Meshi oder eine Schale Reis mit reichlich Seeigeln, Lachsrogen oder Jakobsmuscheln.
Ishikari-nabe ist ein typisches Gericht aus Hokkaido, für das frischer Lachs vom Kopf bis zum Schwanz verarbeitet wird. Der Name leitet sich vom Fluss Ishikari ab, der für seine Lachsbestände bekannt ist. Das gleiche Gericht ist in der Obihiro-Region als Tokachi-nabe bekannt. Lachsstücke werden mit Gemüse, Tofu und Konnyaku (Teufelszunge) in mit Miso abgeschmeckter Seetangbrühe geschmort. Kartoffeln und Kohl aus der Region verleihen diesem deftigen Gericht zusätzliches Aroma, sodass Sie in den Genuss von Hokkaidos Meeres- und Landerzeugnissen kommen. Die Ursprünge von Ishikari-nabe liegen in einem Eintopf aus Lachs und Gemüse, der vom Ainu-Volk im 17./18. Jh. gekocht wurde. Ankömmlinge aus Südjapan ergänzten das Rezept später um Miso.
Ramen sind international beliebte Nudelsuppen in den Geschmacksrichtungen Miso, Soja und Salz, die man in Sapporo in jeder Straße und in jedem Häuserblock kaufen kann. In manchen Straßen findet man sogar ausschließlich Ramen-Läden, wie in der berühmten Ramen Yokocho (Ramen-Gasse), wo die Wände der Läden auf beiden Seiten der engen Gasse mit Unterschriften einstiger und aktueller Promis geschmückt sind.
Funazushi ist eine kostbare Delikatesse mit Funa (Karausche), die zur Laichzeit aus dem Biwa-See gefischt wird. Nachdem der Fisch gesäubert ist, wobei die Eier nicht entfernt werden, wird er für ca. einen Monat in Salzlake eingelegt. Dann wird er sorgfältig mit Wasser gewaschen und mit gekochtem Reis erneut eingelegt. Anschließend reift er mind. sechs Monate. Aufgrund des ungewohnten Aromas und sauren Geschmacks braucht man schon Mut, um ihn das erste Mal zu essen. Dank des hohen Nährwerts wird er passenderweise als „japanischer Käse“ bezeichnet. Schneiden Sie einfach ein Stück ab und essen den Fisch pur, oder genießen Sie ihn als Chazuke (gekochter Reis mit Tee, Haferbrei oder klarer Suppe). Sushi, der durch Milchsäuregärung entsteht, wie dieser Funazushi, wird als Narezushi bezeichnet und ist in Japan ein traditionelles eingelegtes Gericht.
Yudofu wärmt bei kühlem Wetter auf und gehört deshalb zu den beliebtesten winterlichen Eintopfgerichten Japans. Tofu zeichnet sich durch einen leichten Geschmack und eine weiche Konsistenz aus. Der handgemachte Tofu wird in einer Seetangsuppe gekocht, anschließend herausgenommen ehe er seine Form verliert und in Sauce getunkt. Manche sagen, am besten schmecke er, wenn man ihn aus dem Topf schöpft, sobald er an die Oberfläche kommt. Gekochter Tofu wurde ursprünglich von buddhistischen Priestern in Kyoto gegessen. Da sie aus religiösen Gründen weder Fleisch noch Fisch essen durften, war Tofu für sie eine wertvolle Proteinquelle. Aus demselben Grund bieten viele lange bestehende Restaurants in Kyoto köstlichen gekochten Tofu an. Und weil die Winter in Kyoto recht streng sind, schmeckt er besonders gut.
Das Rezept für Koyadofu wird schon seit der Antike weitergegeben. Dazu wird Tofu eingefroren, um ihm Wasser zu entziehen, und dann getrocknet. Er ist eine unentbehrliche Zutat für Shojin-ryori (traditionelles Gericht der buddhistischen Mönche). Manche sagen, das ‚koya’ in Koyadofu käme von der Berggruppe Koya-san in Wakayama, einem historischen Standort buddhistischer Tempel. Außerdem wird der Tofu Koridofu genannt, weil er durch Einfrieren zubereitet wird (kooraseru). Das Entziehen des Wassers bewirkt eine einzigartige Konsistenz und einen einfachen Geschmack, den man bei normalem Tofu nicht erreichen kann. Und da er sehr nahrhaft und leicht verdaulich ist, ist er bei der japanischen Bevölkerung sehr beliebt. Wenn gefriergetrockneter Tofu gekocht wird, saugt er viel Suppe auf, wird saftig und bekommt einen aromatischen Geschmack.
Oktopus-Bällchen werden zubereitet, indem man Teig mit Brühe vermengt und auf einem speziellen Brateisen mit Löchern verteilt, Oktopusstücke mit kleingehackten Zwiebeln, Kohl und eingelegtem Ingwer dazugibt und den Teig beim Braten so wendet, dass Kugeln entstehen. Der Teig ist außen knusprig und würzig und innen weich, was den Bällchen eine einzigartige, knusprige Konsistenz verleiht. Als Toppings nimmt man üblicherweise Meersalat, Sauce oder geschnittenen und getrockneten Bonito-Fisch, aber auch Mayonnaise wird immer beliebter. Die Oktopus-Bällchen aus Kansai sind nicht nur köstlich, sondern auch klein und einfach zu essen, was sie zu einem beliebten Gericht in ganz Japan macht.
Wenn Sojamilch gekocht wird, bildet sich an der Oberfläche eine dünne Schicht. Für die Zubereitung von Yuba wird diese Schicht vorsichtig abgeschöpft. Ursprünglich kam das Gericht zusammen mit Tofu aus China, und mit der Zeit wurde es zu einem festen Bestandteil japanischer Esskultur. Yuba kann getrocknet und um Füllungen gewickelt werden, es kann auch Eintöpfen und gekochten Gerichten hinzugefügt werden oder sogar, genau wie Sashimi, mit Sojasauce und geriebenem Wasabi (japanischer Meerrettich) gegessen werden. Heutzutage gilt Yuba als überaus nahrhaftes Essen, das zudem leicht in der Zubereitung ist. Neben Nikko (Tochigi), ist auch Kyoto für die Herstellung von Yuba bekannt. In historischen Städten wie diesen sind Yuba-Gerichte seit Generationen beliebt, und lange bestehende Yuba-Restaurants sind nach wie vor sehr gut besucht. Probieren Sie ruhig diesen traditionellen Geschmack.
Namerou ist ein traditionelles Gericht aus der Küstenregion der Boso-Halbinsel, die den südlichen Teil von Chiba bildet. Die Hauptzutaten sind Pferdemakrelen, Sardinen, fliegende Fische und pazifische Makrelenhechte oder Makrelen. Die Fische werden in kleine Stücke geschnitten, hinzu kommt Miso. Dann gibt man Lauch, Ingwer und Shiso (japanisches Basilikum) bei und zerhackt alles zu einer feinen Paste. Mit Lauch und Ingwer wird der Fischgeruch neutralisiert. Gebratenes Namerou heißt Sanga-yaki, während Namerou mit Su (Essig) als Su-namerou bezeichnet wird. Wird Namerou auf Reis gegeben und mit grünem Tee übergossen in einer Schale serviert, nennt man es Soncha. All das sind deftige Gerichte, bei denen es vor allem um Geschmack und nicht um Ästhetik geht – eben echte Fischergerichte.
Monja-yaki war ursprünglich eine Leckerei für Kinder, die im Zentrum von Tokyo gegessen wurde. Inzwischen hat es sich als Spezialität der Stadt etabliert. Zuerst werden Zutaten wie getrockneter Tintenfisch, süßer Mais und Kohl auf einer heißen Eisenplatte gebraten. Dann ordnet man die Zutaten auf einem Teller so an, dass ein runder Wall entsteht, und füllt den Platz in der Mitte mit flüssigem Teig. Man bewegt den halb fertigen Inhalt mit einem kleinen Spatel umher und steckt sich den fertig gebratenen Inhalt, der an der Hinterseite des Spatels kleben bleibt, in den Mund. Das Gericht stammt entweder aus Tokyos Stadtteil Asakusa oder aus Gunma. Aktuell ist die im Chuo-Bezirk gelegene Insel Tsukishima in ganz Japan als „Monja-yaki-Town“ bekannt. Nehmen Sie diesen Weg auf sich, und probieren Sie dieses Gericht, wenn Sie den Stadtteil Ginza besuchen.
Fukagawa-meshi wird gern im Zentrum Tokyos gegessen. Dazu kocht man Muscheln mit Schale und Lauch in Miso und serviert das Ganze auf Reis mit einer Suppe. Wenn Fukagawa-meshi während der Muschelsaison (Frühling) gekocht wird, verleiht die Muschelbrühe zusammen mit Miso dem Gericht ein spezielles, köstliches Aroma. Auch wenn es heute schwer vorstellbar ist, war Fukagawa einst eine florierende Fischerstadt, und an der Mündung des Sumida-Flusses gab es Muscheln im Überfluss. Manche Restaurants in der Region bieten nach wie vor Fukagawa-meshi an. Wenn Sie also das entsprechende Zeichen für das Gericht im Stadtzentrum entdecken, lassen Sie sich bekochen wie die Einheimischen in der Edo-Zeit (1603-1867).
Fukuoka, die Geburtsstätte von Mizutaki, gehört zu den Präfekturen mit dem höchsten jährlichen Hühnerfleischkonsum pro Haushalt. Die Ursprünge von ungewürztem, gekochtem Huhn reichen bis in die Meiji-Zeit zurück (1868-1912). Es wurde zuerst in Hakata in Fukuoka gegessen und war von den westlichen Consommé-Suppen und von chinesischen Hühnergerichten inspiriert. Das Huhn wird mit Gemüse in Hühnerbrühe gekocht und beim Essen in Ponzu (Zitronen-Essig-Sauce) und Zutaten wie gehacktem Lauch getunkt. Nachdem das Fleisch und das Gemüse aufgegessen wurden, kann man in der Brühe Reis kochen und daraus einen Brei zubereiten. Der Reis saugt die Brühe auf, die das wunderbare Aroma der Zutaten enthält, und wird dadurch außerordentlich schmackhaft.
Das zweitbeliebteste alkoholische Getränk Japans ist Shochu, von dem man je nach Destillationsmethode zwei Sorten unterscheidet. Die eine heißt Honkaku Shochu (authentischer Shochu), bei dem zum traditionell hergestellten Alkohol noch extrahierte Aromastoffe hinzukommen. Der rustikale Geschmack kommt von Zutaten wie Weizen, Süßkartoffeln, Buchweizen oder schwarzem Zucker. In Kagoshima und Miyazaki, in der Kyushu-Region, wird der Imo-jochu überwiegend aus Süßkartoffeln hergestellt. Der Kartoffel-Shochu aus Kagoshima heißt Satsuma-Shochu und hat eine lange Geschichte, die bis in die Muromachi-Zeit zurückreicht (1333-1573), was durch kürzlich gefundene Aufzeichnungen bestätigt wurde. Der Geschmack und die Süße des Kartoffel-Shochu sind einzigartig, und das Getränk wird gern mit Eis oder mit heißem Wasser getrunken. Sie können den ursprünglichen, puren Geschmack und die Kühle mit Eis genießen, während sich bei Hinzugabe von heißem Wasser das volle Aroma und die Süße entfalten. Es macht Spaß, die Art wie man es trinkt den Jahreszeiten anzupassen.
Nagasaki ist seit Langem ein wichtiger japanischer Handelshafen, und da sich hier die östliche und westliche Kultur vermischen, ist die kulinarische Vielfalt groß. Sara-Weizenmehlnudeln sind zusammen mit Champon ein für Nagasaki typisches Nudelgericht. Es gibt zwei Arten von Sara-Nudeln: Dicke Nudeln, die mit Fett gebraten werden, und dünnere Nudeln, die mit Öl gebraten werden und aufgrund ihrer Knusprigkeit beliebt sind. Als Zutaten werden unterschiedliche Meerestiere, Bambussprossen oder Kikurage-Pilze und Schweinefleisch verwendet. Sie werden in Fett gebraten und dann mit Salz, Pfeffer und Zucker abgeschmeckt. Obendrauf kommt eine Sauce, die aus Schweine- und Hühnerbrühe mit Stärke (zur Verdickung) zubereitet wird. Ein Spritzer Worcester-Sauce macht das Gericht noch schmackhafter.
Ein typisches, lokales Gericht aus Miyazaki ist Hiyajiru. Aus gekochtem und getrocknetem Fisch, z. B. Pferdemakrelen oder Sardinen, wird eine Suppe gemacht, der auch Miso beigefügt wird. Die Suppe wird gekühlt und auf heißen, gekochten Reis gegossen. Man isst sie mit Gemüse wie Gurken und mit Gewürzen wie Shiso (japanisches Basilikum) oder Ingwer. Mit dieser Hausmannskost können Sie das Aroma und den erfrischenden Geschmack von Sommergemüse genießen. Es eignet sich außerdem gut, wenn man etwas zu viel Sake getrunken hat. Manche sagen, das Gericht sei von fleißigen Miyazaki-Bauern erfunden worden, um bei der Landarbeit schnell essen zu können. Es gibt immer noch viele einzigartige Hiyajiru-Gerichte, die jeweils nur eine Familie aus der Gegend zubereitet.
Der Bonito ist in Japan ein sehr beliebter Fisch, und der Nobori-katsuo (nordwärts schwimmender Bonito) ist besonders teuer. Die Tosa-Region von Kochi ist berühmt für ihre hohe Bonito-Qualität. Der Fisch wurde tatsächlich zum offiziellen Fisch der Präfektur auserkoren. Er ist köstlich, wenn man ihn als Sashimi isst, und er ist der Hauptbestandteil von Sawachi, einem traditionellen Gericht der Tosa-Region. Ein anderes berühmtes Gericht ist Tataki (leicht gegrillter Bonito). Ein Bonito-Filet wird leicht gegrillt, sodass es eine goldene Färbung bekommt, aber im Inneren sollte es noch roh sein. Gleich nach dem Grillen wird es in kaltes Wasser gelegt und schnell abgetrocknet. Anschließend isst man es mit Lauch, Ingwer, Shiso (japanisches Basilikum) oder Knoblauch und tunkt es in Ponzu-Sauce (Zitronen-Essig-Sauce).
Im Japanischen wird der rote Schnapper als „König der Fische“ bezeichnet. Ohne abgetrennten Kopf sind die Fische seit der Antike ein wichtiger Bestandteil von Ritualen und Festen. Seine schöne Form, der großartige Geschmack, das feste Fleisch und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten für unterschiedliche Gerichte sorgen dafür, dass er sich besonders gut zum Kochen eignet. Die Schnapper-Saison dauert von April bis Mai. Da er sich von Shrimps, Krabben und Schalentieren ernährt, schmeckt der Schnapper aus dem Inlandsee außerordentlich gut. In Ehime, nahe des Inlandsees, gibt es ein lokales Gericht namens Taimeshi, das auf zwei Arten zubereitet wird: Entweder wird ein ganzer, fester Schnapper mit Reis gekocht, oder man reicht Sashimi mit einer Spezialsauce mit Eigelb, dazu gibt es gekochten Reis. Diese Delikatesse können Sie nur in Ehime genießen.
Kagawa ist als Herkunftsregion von Sanuki-udon bekannt (benannt nach der Sanuki-Region in der Präfektur) und gilt dank zahlreicher Udon-Hersteller und -Restaurants als „Udon-Königreich“ (Udon=Weizenmehlnudeln). Sanuki-Weizenmehlnudeln sind bekannt für ihre Festigkeit und Geschmeidigkeit. Üblicherweise gießt man eine mit heller Sojasauce abgeschmeckte Seetangsuppe über die Nudeln. Auf Wunsch kann man Lauch, Ingwer, Ei oder Sesamsamen hinzugeben. Als Toppings kommt vieles in Frage, etwa Meeresfrüchte- oder Gemüse-Tempura – Sie können also unterschiedliche Kombinationen genießen. Toppings kosten in der Regel extra. Viele in Kagawa ansässige Weizenmehlnudel-Restaurants mit Selbstbedienung sind für ihre erschwinglichen Preise bekannt. Eine Schüssel kann man für 100 bis 200 Yen kaufen (ohne Toppings).
Für Kamaboko (gedämpfte Fischpaste) wird das weiße Fischfleisch püriert, mit Salz, Mirin (süßer Reiswein zum Kochen), Zucker und Stärke geknetet und anschließend gedämpft und gebraten. Sasakamaboko heißt jedoch so, weil es die Form von Bambusblättern (Sasa) hat und beim Rösten Abdrücke hinterlässt. Diese Spezialität aus Miyagi ist ein beliebtes Geschenk und Souvenir. Das berühmteste Sasakamaboko stammt aus Sendai, wo ganze Reihen von Läden seit Jahren ihre hausgemachten Kreationen zubereiten. Außerdem wird es in Shiogama, Ishinomaki, Kesennuma, Watari und Onagawa produziert. Manche sagen, seine Ursprünge lägen in der Methode, klein gehackten Fisch von Hand zu Paste zu verarbeiten und zu grillen, um die während der Saison gefangenen Flundern zu konservieren.
Wanko-soba (Buchweizennudeln) gehören zur lokalen Küche von Iwate und werden auf eine sehr eigene und unterhaltsame Art und Weise gegessen. Sobald Sie die erste Schale aufgegessen haben, schleudert ein Kellner mit einem wilden Schrei einen frischen Knäuel Nudeln in das leere Gefäß – und das wiederholt sich, bis Sie genug haben! Allerdings wird jedes Mal nur ca. ein Mundvoll Nudeln serviert, ein männlicher Erwachsener sollte also etwa 50-60 Schalen essen können. Manche sagen, diese Tradition ginge auf die Landbesitzer zurück, die ihre Gäste so lange versorgten, bis diese satt waren. Heute ist das Gericht in ganz Japan als Spezialität aus Morioka und Hanamaki bekannt. Um viel zu essen, muss man es unzerkaut herunterschlucken. In Morioka und Hanamaki finden jedes Jahr nationale Meisterschaften statt. Wenn Sie also Vertrauen in Ihren Appetit haben, könnten Sie sich durchaus der Herausforderung stellen.
Ein beliebtes Gericht aus Akita heißt Kiritanpo. Es wird normalerweise von Mitte September bis März gegessen, vor allem aber im November, wenn Gluten-Kuchen aus frisch geerntetem Reis den Markt erreichen. Kiritanpo ist gekochter Reis, der geknetet und dann am Spieß geröstet wird. Anschließend wird es in 5 Zentimeter lange Stücke geschnitten und in einer Pfanne mit Klette, chinesischem Lauch, Maitake-Pilzen und anderem Gemüse der Saison sowie mit japanischer Petersilie und Hühnchen gebraten. Dieses einzigartige Geschmackserlebnis aus Akita dürfen Sie sich nicht entgehen lassen. Ursprünglich diente es als Essen für unterwegs, das Holzfäller und Jäger zur Arbeit in die Berge mitnahmen. Sein Name leitet sich von seiner Form ab, die einem Tanpo-yari ähnelt (Lederscheide für eine Speerspitze, in der ein mit Baumwolle gefüllter Stoffball steckt).



Yakitori: Fans der kleinen Spießchen aus mariniertem Hühnerfleisch, Geflügelbällchen oder Paprika gibt es zahlreich. Es ist ein leckeres Gericht mit Familie, Freunden, Kollegen zum Feierabendbier oder einem Sake. Gegrillt über einem offenen Holzkohlefeuer schmeckt die Spießchen einfach ziemlich lecker. Als Gewürze dazu gibt es Ichimi (geriebener roter Chili) und Shichimi (7-Gewürze Mischung).
Okonomiyaki, ist ein beliebtes und preiswertes Gericht aus der Kansai Region und Hiroshima. Diese sind ein wenig mit einem herzhaften Eierpfannkuchen vom heißen Stein zu vergleichen und werden nach eigenem Gusto mit einer speziellen dicken Sauce und getrockneten Thunfischflocken gewürzt. Normalerweise bereiten Sie Ihre Okonomiyaki selber auf dem heißen Stein Teppan zu, aber der Koch hilft Anfängern auch gerne dabei. Wenn Sie mal auf einem Straßenfest, Trödelmarkt oder Schrein Fest unterwegs sind, schauen Sie nach den Essensständen – oftmals gibt es hier leckere frische Okonomiyaki zum gleich verzehren.
Wagyu-Rindfleisch: Zum Thema Fleisch – das bekannte japanische Rindfleisch ist mit nichts zu vergleichen was Sie in Steakhäusern weltweit gegessen haben. Die wohl bekannteste Sorte ist das Kobe-Rindfleisch und wer diese Delikatesse einmal verkosten durfte, versteht warum Fleischgourmets dafür auch mal tiefer in Tasche greifen.
Gyoza sind ein weiterer sehr beliebter Snack! Die gefüllten Teigtaschen (Fleisch oder Gemüse) stammen zwar ursprünglich aus China, sind aber inzwischen von der japanischen Speisekarte nicht mehr wegzudenken.
Süßspeisen & Süßigkeiten: Als Naschkatze kommen Sie in Japan voll auf Ihre Kosten: Wagashi - traditionelle japanische Süßigkeiten - sind untrennbar mit der Teezeremonie verbunden. Sie bilden einen harmonischen Kontrapunkt zum leicht bitteren, grünen Matcha Tee. Viele der Süßigkeiten basieren auf einer Paste aus Anko (süßen roten Bohnen) oder Mochi (süßer Reiskuchen). Heute sehr beliebt ist Matcha-Eiscreme (aus pulverisiertem Grün-Tee). Kakigori ist ein geschabtes Eis, das mit Sirup oder Kondensmilch übergossen wird. Dieses Eis bekommen Sie auf vielen der Sommer Festivals. Besonders Kinder lieben die Dorayaki (gefüllte, süße Pfannkuchen), die lauwarm gegessen wegessen. Hmmmm…

© WESTWARDS


Japans Themenparks bieten Stoff für etliche Tage - und sind selbstverständlich ebenfalls pädagogisch gut aufgearbeitet:




Kendo ist eine Art des Fechtens in Japan, die von Kenjutsu abstammt, einer der wichtigsten von den Rittern (Samurai) praktizierten japanischen Kampfsportarten. Die beiden Kämpfer tragen spezielle Schutzkleidung und greifen nach einem strengen Reglement Kopf, Rumpf und Handgelenke des Gegners mit einem Bambusschwert an.
Karate wurde aus China kommend in Okinawa eingeführt und hat sich dann allmählich zu einer eigenen japanischen Kampfsportart entwickelt. Bei Karate werden keine Waffen verwendet, Angriff und Verteidigung erfolgen nur mit Händen und Füßen. Karate ist kampfbetonter als die meisten anderen Kampfsportarten.
Sumo ist traditioneller japanischer Ringkampf. Die meisten Ringer sind professionelle Athleten, die gewöhnlich zwischen 110 und 200 kg wiegen.
Die Nachrichten und Wetterstation bringen in dieser Zeit in Japan täglich einen Ausblick auf die Sakura-Blüten, damit man weiß, wann ungefähr einen das Blütenmeer erreicht. Wer Japan einmal, in einen Schleier aus rosa-weißen Blütenblättern getaucht, erleben möchte sollte deshalb genug Zeit mitbringen, um auf die Blüten zu warten, aber auch nicht zu spät anreisen.
Sobald die Sakura-Bäume blühen ist es Brauch Hanami (wörtlich: Blüten betrachten) zu feiern. Unter den blühenden Bäumen finden sich Familien, Freunde, Arbeitskollegen zusammen, um gemeinsam zu picknicken, zu trinken, ihr O-Bento (Lunch-Box) zu essen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
Okinawa - die frühen Blüten
Leuchtende Blüten in Kyoto
Chichibu Tama
Der Akan Nationalpark liegt im Osten Hokkaidos und ist eine Symphonie aus mächtigen Vulkanen, drei mystischen Kraterseen, Gebirgsseen und weiten Koniferenwäldern. Braunbären, Streifenhörnchen und der seltene Schwarzspecht leben hier. Gerade der Blick über den 26km großen Kratersee Kussharoko ist einmalig. Außerdem sorgen zahlreiche heiße Quellen hier für eisfreie Zonen in der frostigen Jahreszeit und somit ist der See beliebtes Winterquartier der Singschwäne. Eine weitere Besonderheit ist die seltene Algenart Marimo, die im Kratersee Akanko mit Ihrem kugelförmigen Wuchs eine absolute Eigenart bildet. Der kleine Kratersee Mashuko ist bekannt für eines der weltweit klarsten Wasser.




Viele Japan-Besucher wollen auf der ersten und vielleicht einzigen Japanreise so viel wie möglich sehen. Deshalb sind die meisten deutschen Reisenden ob in der Gruppe oder individuell in Japan auch eher mit dem Zug oder Bus unterwegs. Andere jedoch haben schon bei anderen Urlauben festgestellt, dass man mit dem Fahrrad vielleicht nicht so viele Sehenswürdigkeiten abklappern kann - die Orte, die man entdeckt, dann aber auf besondere Weise erlebt. Und es gibt nach der Rückkehr Reiseerlebnisse zu erzählen, die andere nicht haben. Daher steigt die Nachfrage nach Japan-Angeboten, die die Inseln mit dem Fahrrad erkunden nicht nur bei Backpackern.
Wer eine organisierte Fahrrad-Tour mit Gleichgesinnten durch Japan machen möchte, ist jedoch nicht auf Tokyo oder Kyoto beschränkt. Einer von einer Handvoll Spezialisten, die ausländischen Besuchern ihr Heimatland auf zwei Rädern näher bringen möchten, ist OkaTours in Tokyo. Der Begründer des jungen Unternehmens, Akira Oka, der in Japan und den USA aufgewachsen ist, hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem er viele Jahre als Ausgleich zu seiner Arbeit im Finanzsektor Fahrradtouren durch Japan und Europa gemacht hatte, beschloss er, sich selbstständig zu machen – und gründete Oka Tours. Die Touren dauern 6 – 9 Tage, und sind vom Schwierigkeitsgrad her gemäßigt oder auch etwas anstrengender – je nachdem wie viele Kilometer und Steigungen pro Tag zurückgelegt werden. Im Preis inbegriffen sind Fahrrad, Übernachtung in guten westlichen Hotels oder japanischen Ryokan, Verpflegung, Versicherung – und auch ein Begleitbus für alle Fälle. In kleinen Gruppen von 8 – 12 Teilnehmern führen er und seine gut ausgebildeten Tourenleiter ihre internationalen Gäste durch Gegenden in Japan, die sich durch ihre landschaftliche Schönheit auszeichnen, und auch weniger bekannt sind.
Die Japaner sind eine sportbegeisterte Nation und so können Sie auf Ihrer Japanreise als interessierter Zuschauer mit etwas Organisation viele verschiedene Sportveranstaltungen besuchen.
Nach den Durchgängen in den einzelnen Präfekturen findet das große Finale des Highschool Baseballs im Hanshin Kōshien Stadion in Nishinomiya in der Nähe von Kobe vor ganz großem Publikum statt und schon viele professionelle Baseballspieler begannen hier Ihre Karriere. 
Die japanische Bezeichnung für Fest, Feierlichkeit matsuri nimmt Bezug auf eine Vielzahl religiöser sowie weltlicher Feiern. Auch staatliche Feiertage werden teilweise dazu gezählt. Der Begriff matsuri entstammt shintoistischer Tradition wird aber auch für buddhistische Feste angewendet. Mit der japanischen Urreligion Shinto („Weg der Götter“) ist eine Fülle von Gottheiten (kami) und Ahnengeistern (ujigami) verbunden, die vorzugsweise dem ländlichen Raum entstammen. Sie repräsentieren u.a. Naturphänomene, wie etwa Sonne, Regen und Sturm. Sie bringen dem Menschen Glück aber auch Verderben, etwa durch Erdbeben, Taifune oder Seuchen. Es ist deshalb von Vorteil, sie günstig zu stimmen.
Matsuris sind meistens mit einem Schrein oder einer Ortschaft verbunden, weisen also oft regionale Eigenheiten auf. In zumeist jährlichem Turnus finden überall in Japan Schreinfeste statt, zu denen man die Ahnen und Gottheiten einlädt, um sie mit Gebeten, Speisen und Tanz zu unterhalten. Dank für gute Ernten, Bitten für Fruchtbarkeit und Gesundheit sowie Rituale zur Schadensabwehr stehen im Mittelpunkt der Feiern. Die eingeladene Gottheit wird nach vorausgehender, kultischer Reinigung, durch Gebete und Opfergaben zur Einkehr in die „Göttersänfte“ (mikoshi) bewegt. Dort bewirtet man sie u.a. mit Reise, Früchten, Gemüsen, Fisch und Sake. Darüberhinaus dienen Kulttänze (kagura), Musik und Sportwettkämpfe (u.a. Tauziehen, Ringen, Bogenschießen) zu ihrer Unterhaltung.
Auch Feste die keinen religiösen Bezug haben, zählen zur matsuri-Familie. Ein Beispiel dafür ist das in der Stadt Aomori im Norden Japans vom 2. – 7. August stattfindende Nebuta-matsuri. Höhepunkt der Feierlichkeiten um den historischen Sieg des Feldherrn Tamura Maro über die rebellischen Eindringlinge (Ainu) aus Hokkaido ist eine abendliche Parade von riesigen, illuminierter Papiermaché-Figuren, die Kriegshelden, Tiere und Dämonen darstellen. Mit ihnen soll der General damals die Feinde aufgeschreckt und vertrieben haben. Ebenfalls als matsuri wird das berühmte Schneefest von Sapporo (yuki-matsuri) vom 5. – 11. Februar bezeichnet. Entlang der Hauptstraße und im angrenzenden Odori-Park erschaffen gewaltige, aus Eis und Schnee nachgebaute Monumente sowie Skulpturen diverser Märchen und Comicgestalten eine zauberhafte Szenerie eisiger Unwirklichkeit. Die Götter sind hier den Exponaten moderner Medienwelt gewichen und manche matsuri-Paraden nehmen mehr und mehr die Gestalt moderner love-parades an.
Zu den landesweiten offiziellen und inoffiziellen Feiertagen hat u.a. das „Kinder- (bzw. Knaben-) Fest (kodomo no hi) am 5. Mai matsuri-ähnlichen Charakter, beinhaltet es zu einem einen Schreinbesuch nebst Feier und zum anderen das Anbringen von Karpfenwimpeln auf dem Haus, um den Mut und den Behauptungswillen des Stammhalters zu dokumentieren. Außerordentlicher Beliebtheit erfreut sich auch das Sternenfest Tanabata, das man am 7. Juli feiert. An diesem Tag treffen die Sterne Altair und Vega in der Milchstraße aufeinander. Beide überlagern bzw. “ lieben“ sich bis sie erneut auseinander treiben, um sich erst nach einem Jahr wiederzufinden. Die Feier geht auf eine alte chinesische Überleiferung zurück, nach der die Sterne ein an den Himmel verbanntes Liebespaar sind, die sonst durch den Fluß der Milchstraße getrennt nur einmal im Jahr zueinander finden können. Bekräftigung von Liebe und Treue lassen an diesem Tag viele Japaner zusammenkommen, um mit ein, zwei Gläsern Sake oder Bier auf das Sternenvorbild anzustoßen. Und wer sich gar in dieser Nacht verliebt, dem steht die Göttin der Liebe (benten) zur Seite, womit auch dieses matsuri seinen freudig sakralen Bezug beibehält.
Der bekannteste Berg und Wahrzeichen Japans ist natürlich der Berg Fuji, trotz seiner beachtlichen Höhe von 3776 m ein Wandergipfel. Dennoch sollte man die Höhe nicht unterschätzen. Fast schöner für Wanderungen sind die niedrigeren umliegenden Berge der Fuji-Hakone-Gegend, denn von dort aus hat man oft einen wunderbaren Blick auf den perfekten Vulkankegel des Fuji-san. Außerdem ist diese Gegend von Tokyo aus relativ gut zu erreichen. Mehr Informationen über Hakone als PDF.
Klassische Gebiete für anspruchsvollere Bergtouren sind die Japanischen Süd- und vor allem die Nordalpen. Ausgangspunkt ist z. B. die Stadt Matsumoto bzw. das nahegelegene Hochtal Kamikochi, von dem aus hochalpine Tages- und Mehrtagestouren möglich sind. Aber auch in der Nähe von Nagano oder Takayama finden sich zahlreiche gute Wandertouren. Wer Wanderungen mit der "normalen" Sightseeingroute verbinden möchte, dem sei z. B. Nikko, eine der kulturellen Top-Attraktionen nicht so weit von Tokyo empfohlen. In den Bergen oberhalb von Nikko liegt das Wandergebiet von Oku-Nikko (Hinter-Nikko); von Seespaziergängen über Moorwanderungen auf Bohlen bis zu Bergtouren auf 2500 m ist für jeden etwas dabei, und der beste Abschluss ist das Onsen, in das man sich nach der Wanderung wohlig sinken lässt! Mehr Informationen über Nikko als PDF. Informationen zum Wandern im Senjogahara Marshland finden Sie hier.
Buddhistische und shintoistische Pilgerwege sind wohl die ursprünglichsten Fernwanderwege. Zum Wandererlebnis kommt hier auch die spirituelle und nicht zuletzt die kulturelle Erfahrung hinzu, denn als Fußpilger kann und muss man ziemlich weit in die japanische Gesellschaft eintauchen.
Die Liste der "100 berühmten Berge", der Kanon japanischer Bergwanderer, entstand erst in den 1960er-Jahren. Kriterium für den "Erfinder" Kyuyu Fukuda war, dass es sich bei allen hundert Bergen um reine Wandergipfel handelt, die auch ohne Hochtourenerfahrung zu besteigen sind; außerdem sollten es "lohnende Gipfel" sein und über 1500 m hoch (nur einer erfüllt dieses Kriterium nicht). Die 100 berühmten Berge sind auf Wanderkarten eingezeichnet und ebenfalls ein guter Anhaltspunkt für lohnende Wanderungen.
Auch auf längeren Strecken findet man überall Unterkünfte, neben Hotels auch Berghütten oder Pilgerherbergen. Hüttenübernachtungen beinhalten immer Halbpension und sind relativ teuer (um 7-8000 Yen); allerdings gibt es in der Nähe der Hütte meist auch die Möglichkeit zu zelten (300-500 Yen, einfaches Plumpsklo inklusive). Außer in Nationalparks ist Zelten ohnehin überall erlaubt (siehe auch Camping in Japan). Seltener sind unbewirtschaftete Hütten, die in der Regel nur ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen – Schlafsack und Isomatte sind mitzubringen, dafür sind sie umsonst.


Neujahr oder shogatsu ist der unbestritten wichtigste Feiertag in Japan. Wenn man sich also entscheidet, das neue Jahr in Japan zu feiern, dann sollten man auf jeden Fall bedenken, dass die meisten Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und Restaurants vom 1. bis 3. Januar geschlossen haben werden. Zwischen dem 29. Dezember und dem 4. Januar können auch die Züge sehr überfüllt sein, da viele Menschen ihre Familien besuchen fahren. 