Jedes Jahr im Februar findet auf der nördlichen Insel Hokkaidô in der Stadt Sapporo eines der größten Winterfestivals der Welt statt – das Yuki-Matsuri oder Schnee-Fest. Hunderte von enormen bis zu zehn Meter hohen und 30 Meter breiten Statuen, Gebäuden und Szenen aus Eis und Schnee sind im Stadtzentrum zu bewundern. Abends wird alles stimmungsvoll beleuchtet und ein kulinarisches und kulturelles Rahmenprogramm lassen keine Langeweile aufkommen.

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Ein weiteres Winterhighlight auf Hokkaidô ist das Treibeis im Ochotskischen Meer, das hier relativ weit südlich entsteht: Von Sibirien fließt mit dem Fluss Amur viel Süßwasser in das vom Pazifik etwas geschützte Meeresbecken, weshalb das Meerwasser einen ziemlich geringen Salzgehalt hat und leichter eine Eisschicht bildet. Hautnah erlebt man das Treibeis zwischen Ende Januar und Ende März auf einer Fahrt mit den Eisbrechern MS Aurora oder Galinko-go II.

Auch der schneebedeckte Norden der Hauptinsel Honshû ist ein Winterziel: Im Quasinationalpark Zao in den Präfekturen Yamagata und Miyagi kann man im Winter auf Monsterjagd gehen. Allerdings auf eine ungefährliche: feuchte, kalte Luftströme aus Sibirien bringen reichlich Schnee, der an den Nadelbäumen der Region festfriert und sie in unförmige, manchmal fast ein bisschen furchteinflößende Figuren verwandelt. Diese "Schneemonster" (auf Japanisch eigentlich 樹氷 Juhyô – "Eis-Bäume") werden im Januar und Februar nachts beleuchtet.

Schneeskulptur beim Sapporo Snow Festival 2013
Schneeskulptur beim Sapporo Snow Festival 2013

Ebenfalls ein besonderes Erlebnis ist eine Übernachtung in einem der UNESCO-geschützten Häuser von Shirakawa: Weil es dort gar so viel schneit, haben die riesigen Bauernhäuser spitze Reetdächer, an denen der Schnee abrutscht. Manchmal liegt der Schnee so hoch, dass man vom 1. Stock ins Haus geht! Am stimmungsvollsten ist der Besuch im Februar beim Light-up. Dann gibt es auch Bustouren von Takayama aus.

Im Winter wird auch der typisch japanische Alkohol Sake gebraut. Zahlreiche Brauereien öffnen dann ihre Türen für Besucher. Man kann den Brauprozess ansehen und den Sake natürlich auch probieren – gerne auch mal warm. Zum Essen mögen Japaner im Winter gerne heiße Suppen und Eintöpfe (Nabemono). Nabemono sind eine Art Fondue: Gemüse, Fisch, Fleich und Tofu werden am Tisch in einer Miso- oder Sojasoßenbasierten Brühe am Tisch gekocht. Typische Wintergemüse sind, eigentlich wie in Deutschland, Kürbis, unterschiedliche Kartoffelarten und Kastanien.