×

Hinweis

Das Forum ist schreibgeschützt.

Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.

Mehr
15 Jahre 7 Monate her #1196 von Imtgra
Imtgra erstellte das Thema Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.
Hoi,

ich wollte im Sommer 2011 mit Freunden eine Wanderung von Hiroshima nach Tokyo unternehmen, so gut ein Monat lang.

Obwohl ich schon mal in Japan war, komme ich auch im Internet nicht weiter.

Welche Wanderkarten soll ich nehmen?
Yama-to-kogen chizu von Shobunsha. Aber welche?! Und kann man die auch in Deutschland, Amerika oder der Schweiz kaufen? Oder muss man diese dann vor Ort bestellen?

Wie sieht es mit freien Campen aus ?
Also einfach am Waldrand mit Lagerfeuer und Zelt?

Was muss ich auf dem Weg unbedingt sehen?
Horishima, Kyoto, Osaka, Fuji und Tokyo. Gibt es aber auch Geheimtups auf den Weg ?

Wieviel Geld muss dabei sein?
Ich hatte mit ca. 3000€ gerechnet. KOmmt das hin? (MIt Flug, Hotel, Essen ect.)

Bringt es der Japan Rail Pass?
Immerhin wollen wir ja wandern und nicht Zugfahren. Ich habe gesehen, dass es für 7 Tage billiger kommt, wie wenn man Tokyo - Hiroshima Einweg zahlt.
Wo kann ich den Pass beantragen/Kaufen(Vorort)


Ich danke euch :d :laugh: :laugh: :P
Mehr
15 Jahre 7 Monate her #1199 von odaiba
Aw: Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.
Hallo,
die einfache Strecke Hiroshima - Tokyo kostet mit dem Shinkansen Yen 18 000. Wenn Ihr erst von Osaka Kansai Flughafen, der nächste internationale, nach Hiroshima müsst, kommen nochmals Yen 12 000 dazu. Ein 7 Tage JR Rail Pass kostet Yen 28 300. Den man nur im Ausland vor Abreise kaufen kann, nicht in Japan.
Die ganze Strecke von 1000 km wandern? Denkt daran, dass Ihr die meiste Zeit neben viel befahrenen Straßen durch dicht besiedeltes Gebiet lauft. Meines Wissens ist freies Campen nicht möglich
meint
Odaiba
Mehr
15 Jahre 7 Monate her #1200 von Imtgra
Aw: Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.
Nein nein, soviel wandern wir nicht! Sagen wir 30% Zug 70% Wandern...
Mehr
15 Jahre 7 Monate her #1202 von Sulmairs
Aw: Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.
Habt ihr eigentlich Erfahrungen im Fernwandern? Soll jetzt nicht vorwurfsvoll klingen aber Hiroshima-Tokyo ist ne Hausnummer... schau dir dochmal diesen Selbstversuch Japan Südkap-Nordkap an
da kann man vielleicht was lernen...
Der Großteil ist landschaftlich vermutlich wie das Ruhrgebiet nur dichter, ab Kyoto könnte man dann der Tokaido, oder der Nakasendo nach Tokyo folgen, aber da sind auch nur bestimmte Etappen schön.
Campingplätze gibt's nur in ländlichen, touristisch erschlossenen Gebieten und vom Wildcampen und dann noch mit offenem Feuer würde ich definitiv abraten(der Typ im Video wird vorläufig festgenommen weil er über ein Brücke geht...). Sowas wie das nordische Jedermanns-Recht gibt es da nicht...
Alternative: Nimm eine andere Route. Japan hat eine lange Tradition von Pilgerreisen und du kannst heute noch zwei, namentlich den Kumano-kodo und den Shikoku-Pilgerweg laufen, wo es Landschaft, Natur und Campingplätze und Wanderkarten für gibt.
  • CooKie_KO
  • CooKie_KOs Avatar
  • Offline
  • Japan-Interessierter
  • Japan-Interessierter
Mehr
15 Jahre 3 Monate her #1401 von CooKie_KO
Aw: Wanderung von Hiroshima nach Tokyo.
Hallo Imtgra,

diesen Sommer habe ich eine zweimonatige Wanderung von Tokio nach Kyoto gemacht, deshalb kann ich dir aus erster Hand sagen wie es wirklich zu Fuß in Japan läuft.

Meine Route war bis auf wenige Eckpfeiler (selbst die wurden teilweise spontan geändert) nicht festgelegt und so führte mich schlichtweg der schönste Weg spontan immer voran :P
grob hier meine Route: Tokio, Hakone, Fujinomiya, Fuji, Kawaguchiko, Matsumoto, Takayama, Shirakawago, Kanazawa, Tsuruga, Kyoto.
Ich bin also nicht den direkten Weg gelaufen, sondern einfach dorthin, wo es mir gefallen hat. 2 mal den Zug genommen (um aus Städten raus zu kommen), und 3 mal per Anhalter gefahren (1mal wegen Bärengefahr, 1 mal wegen Zeitnot am Ende, 1 mal wegen langweiliger Teerstraße). Das bedeutet überwiegend zu Fuß und das wichtige hierbei ist: ausschließlich in der Natur gelaufen. (außer der einen Straße eben, wos dann zu langweilig wurde..)
Japan ist dicht bevölkert (im Schnitt!), aber ich bin NICHT durch Industriegebiete oder auf langweiligen Verbindungsstraßen etc gelaufen, sondern durch Wälder, Flüsse, über Berge (japanische Alpen sind ein Traum!) und an der Küste von Kanazawa nach Tsuruga.
Bei deiner Route, dem direkten Weg "unten rum", glaube ich allerdings ist es nicht ganz so schön zum Wandern in der Natur, aber da war ich nicht, ist nur eine Vermutung, da ich nur die Karte von den Gebieten kenne.

Am Ende deiner Route kann ich dir aber empfehlen nach dem Fuji durch das Hakone Gebiet Richtung Tokio zu gehen. Es ist ein sehr schönes Wandergebiet.
In diesem Sinne würde ich dir auch empfehlen, auch wenn du nicht an 1-2 Tageswanderungen interessiert bist (war ich ja auch nicht), Wanderrouten in Infoständen zu holen oder Wanderkarten. Du kannst durch ganze Gebiete gehen, indem du die Routen für deine Richtung aneinanderkettest, und das ist dann einfach perfekt, versprochen :) weil die Routen ja so gelegt sind dass man tolle Naturphänomene, Landschaften etc sieht.

Wildcampen:
offiziell verboten. in ländlichen gegenden, selbst in kleineren städten aber überhaupt kein problem, wenn du dich irgendwo versteckst. du musst bedenken, dass du das zelt ja erst aufstellst wenn es dunkel ist und morgens schon um 5 oder 6 uhr aufstehst. das risiko ist also nicht wirklich groß gesehen zu werden. offizielle (parkwächter etc) sollten dich nicht beim campen erwischen, passanten sind egal, die verpetzen einen nicht.
hier jetzt aber meine erfahrung und mein tipp: ich habe das zelt nur die ersten 2 wochen benutzt, denn es hat nie geregnet, und selbst wenn es regnet findet man eigentlich immer irgendwo unterdachungen, pavillions, tempeldach etc. und dann find ich es deutlich angenehmer unter freiem himmel zu schlafen. geht natürlich nur wenn man keinen herzinfarkt bekommt wenn sich eine ameise nähert (der mensch verschluckt glaub ich im schlaf im schnitt 12 insekten, also halb so wild, man stirbt nicht daran^^).
ohne zelt ist es natürlich kein campen, sondern obdachlosigkeit^^, das geht überall und keiner kann dir an karren fahren. du solltest dich aber bissl herrichten in den städten, weil du wahrscheinlich auch selbst weißt, wie japaner über odachlose denken und dann noch dazu ein ausländer, dem man das ansieht, da würden dich die meisten am liebsten anspucken und in müll schmeissen, so sind sie eben die japaner. -.-

Lagerfeuer:
fast unnötig, offiziell verboten. das praktischste und relativ nahrhaft, was die nährstoffe angeht, ist ramen und um das wasser zu erhitzen reicht ein esbit anzünder. so ein kleines feuerchen kannst du eigentlich überall machen, wenn du dich irgendwo versteckst. ein richtiges feuer habe ich nur ein paar mal gemacht, sehr abgeschieden an nem fluss nach shirakawago. brauchen tut mans ja eigentlich auch nur, wenn du dir neben ramen und rohkost mal fleisch, fisch grillen möchtest.

Rail Pass:
ich hatte keinen, hätte sich auch nie im leben rentiert.

Karten:
kann man angeblich nur direkt aus Japan bestellen, also mit unnötigen teuren lieferkosten.
es gibt wanderkarten die sehr gut sind weil sie die ganzen wege beeinhalten. sind relativ kleine gebiete, aber kosten auch "nur" ca 700 yen, speziell für so 2-3 tagestouren, aber wie gesagt die sind eigentlich perfekt. ich kann mich an den namen nicht mehr erinnern, gibts aber in jeder bücherei, die haben so ein gemalt aussehendes cover mit paar bergen und nem see abgebildet.
ansonsten meine erfahrung: ab der 3ten woche hatte ich gar keine karten mehr. ich habe mich an ortschildern orientiert, menschen gefragt, in dörfern und städten immer nach karten gefragt, und einfach alles infomaterial was man so in den städten überall (auch in kleinen) kriegt mitgenommen. es reicht völlig aus eine kleine lokale minikarte zu haben, weil in der nächsten ortschaft kriegst du dann die nächsten infos.

habs versucht möglichst knapp und sachlich zu machen. ist ewig lang geworden, aber auch ne menge "echter" infos drin. ich wünsch dir alles gute und viel spaß und wenn noch weitere fragen entstehen, stehe ich gern zur verfügung.