Ein kleines Wort zu Tischsitten und Restaurantetikette. Beim Betreten werden Sie fröhlich und lautstark mit einem Irashaimase herzlich willkommen geheißen. Im Inneren finden Sie in Japan inzwischen viele nach westlichem Vorbild eingerichtete Restaurants. Gleichwohl gibt es noch immer die klassischen, mit Tatami Matten ausgelegten Speiseräume. Hier ziehen Sie beim Betreten bitte die Schuhe aus. Dann sitzen Sie auf gemütlichen Kissen an niedrigen Esstischen. Das förmliche Sitzen auf den Knien wird von Ihnen als ausländischem Besucher meist nicht erwartet. Auch viele Japaner sitzen heutzutage etwas informeller und bequemer: Männer im Schneidersitz und Frauen mit beiden Beinen auf einer Seite. Zahlreiche traditionelle Restaurants haben inzwischen auch Speisezimmer mit einer Mulde unter dem niedrigen Tisch.
Vor dem Essen reicht Ihnen der Kellner stets ein feuchtes O-shibori (Erfrischungstuch) zum Hände reinigen. Dann heißt es Itadakimasu - sinngemäß „Guten Appetit“. Gegessen wird mit Stäbchen und keine Sorge, es ist mit etwas Übung auch für Anfänger schnell erlernbar. Das einzige, das Sie bitte beachten, ist mit den Stäbchen nicht zu sehr rumzufuchteln, mit ihnen zu deuten oder sie in die Speisen zu stecken. Bei Nichtgebrauch legen Sie die Stäbchen einfach auf das dafür vorgesehene, dekorative Hashioki (kleine Stäbchen-Bank).
In Japan ist es üblich aufzuessen und auch alles wenigstens einmal zu versuchen, was Ihnen angeboten wird. Auf die Frage wie es mundet können Sie mit einem totemo oishii (sehr lecker) antworten und machen Ihrem Gastgeber oder dem Restaurant eine Riesenfreude damit. Nach dem Essen bedanken und verabschieden Sie sich mit einem: Go-chiso-sama deshita – sinngemäß „Es war ein Fest“. Die Rechnung bestellen Sie mit einem höflichen o-kanjo kudasai. Normalerweise begleicht man diese dann an der Kasse am Ausgang.
Jetzt wollen wir noch ein paar Befürchtungen entkräften. Auch ohne Japanische Sprachkenntnisse können Sie in Japan Essen bestellen. Viele Restaurants haben zweisprachige Speisekarten, Karten mit aussagekräftigen Bildern oder die angebotenen Gerichte stehen in Plastik nachgebildet im Schaufenster. Bitten Sie den Kellner mit nach außen und deuten einfach auf das gewünschte Gericht. Das funktioniert! Die andere Befürchtung – nämlich, dass Essen gehen in Japan Sie finanziell ruinieren muss – stimmt nicht unbedingt. Es gibt natürlich Gourmetrestaurants auf allerhöchstem Niveau, aber auch sehr bezahlbare und leckere Alltagsvarianten.

